07 September 2013

Von Kosovo nach Syrien: Warum R2P bei einer Blockade im UN-Sicherheitsrat nicht weiterhilft

In der aktuellen Debatte um einen etwaigen militärischen Einsatz in Syrien wird viel von der internationalen Schutzverantwortung geredet, vielen besser bekannt als „die Responsibility to Protect“ oder R2P. Dabei offenbart sich meist ein falsches Verständnis der R2P. Was genau ist unter der R2P zu verstehen? Und welche anderen Möglichkeiten hat die internationale Weltgemeinschaft bei einer Blockade des UN Sicherheitsrates? Continue reading >>
05 September 2013

Military Strikes against Syria would be illegal

A military strike by any State against Syria for alleged use of chemical weapons would be illegal under international law unless it had been previously sanctioned by the United Nations, regardless of whether the use of chemical weapons has been proven or not. Neither the U.S. President nor the Congress is entitled to take punitive action against Syria. Continue reading >>
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Eine militärische Intervention in Syrien wäre nicht legal

Weder der US-amerikanische Präsident noch der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika sind zu einer „Strafaktion“ berechtigt. Die Charta der Vereinten Nationen lässt vom absoluten Gewaltverbot nur zwei Ausnahmen zu, die in Syrien beide nicht vorliegen. Gleichwohl trifft die internationale Gemeinschaft eine Schutzverantwortung gegenüber der Syrischen Bevölkerung. Eine völkerrechtliche Einordnung von Sven Simon. Continue reading >>
28 August 2013

„The Guardian does not appear intimidated“: On Freedom of the Press in the UK

In Germany, a lot of people were rather shocked about last week’s news of the British government cracking down on the Guardian to have them destroy their Snowden hard drives. That seemed to be a full-blown attack on the freedom of the press, perhaps even more so than the arrest of David Miranda the day before. Some commentators have even compared the case to our own Spiegel affair back in the 60s. Do you think there is reason for concern as to the state of freedom of the press in the UK? Gavin Phillipson, constitutional lawyer from Durham, explains why the government is more afraid of the press in the UK than the press of the government. Continue reading >>
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„Der Guardian wirkt nicht eingeschüchtert“: Über die Pressefreiheit in Großbritannien

In Deutschland waren viele sehr schockiert über die Nachricht letzte Woche, dass die britische Regierung den Guardian unter Druck gesetzt hat, die Festplatten mit den Snowden-Daten zu zerstören. Das sah nach einem unverhohlenen Angriff auf die Pressefreiheit aus, vielleicht sogar mehr noch als die Festnahme von David Miranda. Einige Kommentatoren verglichen den Fall sogar mit der deutschen Spiegel-Affäre in den 60er Jahren. Gibt es Anlass, sich über den Zustand der Pressefreiheit im Vereinigten Königreich Sorgen zu machen? Gavin Phillipson, Verfassungsrechtler aus Durham, erklärt, warum die Regierung vor der Presse in Großbritannien viel mehr Angst hat als umgekehrt. Continue reading >>
27 August 2013

„Colorblindness is the norm“

On August 12, 2013, in a decision much welcomed by civil rights organizations, the US District Court of New York decided in Floyd vs. City of New York that the “stop and frisk” practice of the New York police violates the 14th Amendment of the US Constitution. Judge Shira Scheindlin explained: Routine stops of African Americans and Hispanics constitute a form of “indirect racial profiling.” The City of New York is appealing the decision. On June 24, 2013, the U.S. Supreme Court ruling in Fisher vs. University of Texas came as a relief to civil rights activists, who had feared that affirmative action would be ruled unconstitutional. To promote diversity on campus, the University of Texas weighed belonging to a racial minority, as well as grades and other qualifications, when making admissions decisions. A rejected White applicant had gone to court because she felt racially discriminated against by this admission policy. The case was relegated back to the State Court. Doris Liebscher and Carl Melchers asked Ian Haney-López how these court decisions related to social and legal discourse on racism in the United States. Continue reading >>
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„Colorblindness ist herrschende Meinung“

Vor wenigen Tagen hat ein Gericht in New York die Praxis der dortigen Polizei, routinemäßig Fußgänger anzuhalten und zu durchsuchen ("stop and frisk") für verfassungswidrig erklärt. Diese Praxis verstoße gegen den Gleichheitssatz des 14. Amendments der US Constitution, sagte Richterin Shira Scheindlin und stellte klar: Da hauptsächlich Schwarze und Hispanics kontrolliert würden, handle es sich um „indirect racial profiling“. (Die Stadt New York kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an.) Kurz zuvor hatte der Supreme Court ebenfalls eine mit Spannung erwartete Entscheidung verkündet: Die Universität Texas bezieht neben Noten und anderen Qualifikationen auch die Zugehörigkeit zu einer rassifizierten Bevölkerungsgruppe in die Entscheidung ein, um damit die Repräsentation von u.a. Afro- und Latin-Americans auf dem Campus fördern. Eine abgelehnte weiße Bewerberin hatte geklagt, weil sie sich dadurch rassistisch diskriminiert fühlte. Civil-Rights-Aktive fürchteten, der konservativ besetzte Supreme Court würde die affirmative action als verfassungswidrig erklären. Der Supreme Court hat die Entscheidung vorerst an das Bundesgericht zurückverwiesen. Doris Liebscher und Carl Melchers haben mit Ian Haney-López, Professor in Berkeley und Experte für amerikanisches Verfassungsrecht und Critical Race Theory, darüber gesprochen, wie sich diese Entscheidungen in den gesellschaftlichen und rechtlichen Diskurs um Rassismus in den USA einfügen. Continue reading >>
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26 August 2013

How a Futile Constitutional Challenge Could Save Berlusconi’s Career

Silvio Berlusconi wants to stay in the Senate after his conviction and threatens to blow up the governing coalition in Italy if he can't. Can he, legally? Francesco Palermo, Senator from Southern Tyrolia and professor of constitutional law in Verona, explains the legal and constitutional background and the political options. Continue reading >>
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Wie eine aussichtslose Verfassungsklage Berlusconi die Karriere retten könnte

Silvio Berlusconi will trotz seiner Verurteilung im Senat bleiben und droht die Regierungskoalition zu sprengen. Geht das rechtlich überhaupt? Francesco Palermo, Senator aus Südtirol und Verfassungsrechtsprofessor aus Verona, erklärt im Interview, wie die Verfassungs- und Gesetzeslage aussieht und welche politischen Optionen daraus folgen. Continue reading >>
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22 August 2013

Miranda’s Rights: A Guide for the Perplexed Citizen

David Miranda, the partner of the Guardian journalist Glenn Greenwald, was detained at London Heathrow airport on 18 August 2013 under Schedule 7 of the Terrorism Act 2000. He was in transit between Berlin and Rio de Janeiro, carrying what appears to have been leaked classified material used for journalistic purposes. He was questioned without a lawyer, searched in person and his possessions (computer, phone, video games, other items), and his possessions were retained for a period that may not exceed seven days. His detention raises an important point for the public about what rights a citizen or foreign national would have in such a situation, and whether and how such rights might be enforced in the courts. To answer that general, to some extent abstract question, I have made some factual assumptions that would cast the government’s actions in Miranda’s case in a dark light. The relevant question for many is about the legality and constitutionality of taking predatory action against someone assisting a journalist to publish leaked information about surveillance that is highly embarrassing for the government. The following discussion provides a set of answers to basic questions the concerned citizen might ask, and while it can at times get technical and lengthy, it is meant especially for the lay reader or junior lawyer who wants more nuance than what is available in the mainstream press. Continue reading >>
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Miranda’s Rights: A Guide for the Perplexed Citizen

Nach der Verhaftung des Partners eines Enthüllungsjournalisten am Flughafen Heathrow stellen viele besorgte Bürger sich die Frage, ob die britische Anti-Terror-Gesetzgebung der Regierung tatsächlich solche Aktionen erlaubt. Jeff King, Verfassungsrechtler am University College London, kommt in einer ausführlichen Analyse zu dem Schluss: Nein, das tut sie nach gegenwärtigem Stand der Erkenntnisse nicht. David Miranda könnte auf Entschädigung klagen und hätte gute Aussichten zu gewinnen - sofern es der Regierung nicht gelingt, ihre neuen Befugnisse auszuspielen, Beweismittel im nationalen Sicherheitsinteresse geheim zu halten. Continue reading >>

Exzellente interdisziplinäre Forschung – gefällt Berlin nicht? Sollte sie aber!

In Berlin beginnen nächste Woche die Verhandlungen über den Doppelhaushalt […] Continue reading >>
15 August 2013
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In eigener Sache: Verfassungsblog und Rechtswissenschaft im (medialen) Wandel

Was geschieht, wenn Juristen verfassungsrechtlich bloggen? Diese Frage beschäftigt uns inzwischen seit fast einem Jahrzehnt. Sie stand auch am Anfang unserer Kooperation. Ihr wollen wir systematisch nachgehen, in einem Prozess teilnehmender Beobachtung. Bislang fehlte es uns jedoch an personellen und finanziellen Ressourcen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen und das unerwartet dynamische Experiment Verfassungsblog strategisch weiterzuentwickeln und wissenschaftlich zu begleiten. Das ändert sich jetzt: Der Verfassungsblog wird zum kommunikativen Versuchslabor des Forschungsprojekts „Verfassungsblog: Perspektiven der Wissenschaftskommunikation in der Rechtswissenschaft“. Eine Förderung der Humboldt-Universität aus Mitteln der Exzellenzinitiative erlaubt uns, bis zum Sommer 2015 genauer herauszufinden, was es mit unserem Blog und dem Verfassungsbloggen auf sich hat. Continue reading >>
11 August 2013

Geschlossene Gesellschaft: “Staatsrechtslehre als Mikrokosmos”

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05 August 2013

Überlegungen zur Zukunft der EU

Christian Calliess hat am 13. Juni in Potsdam vor der Europaministerkonferenz der Länder einen viel beachteten Vortrag zur Zukunft der Europäischen Union gehalten. Wir veröffentlichen den Vortrag in voller Länge. Continue reading >>
01 August 2013

Das Bundesverfassungsgericht als Parteifachgericht

Der 23. Juli war ein guter Tag in der Rintheimer Querallee 11 in Karlsruhe. Gleich zwölf Verfahren konnte der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts als erledigt auf die Seite legen. Zugleich konnte das Gericht die Premiere eines neuen verfassungsprozessualen Instituts feiern: die Nichtanerkennungsbeschwerde nach § 18 Abs. 4a BWahlG, der „lex Sonneborn“. Das Verfahren wurde relevant, nachdem der Bundeswahlausschuss in seiner Sitzung vom 4. Juli den Daumen über eine ganze Reihe hoffnungsvoller Kleinstparteien und Bundestagswahl-Aspiranten gesenkt hatte. Ihnen hatte der Gesetzgeber im Juli 2012 Remedur durch das neue Verfahren verschafft, mit dem erstmals Rechtsschutz gegen die Nichtzulassung einer Partei zur Wahl vor der Wahl möglich wurde. Was war geschehen? Continue reading >>
26 Juli 2013

Pius Langa: a man who knew the meaning of transformation

Former South African Chief Justice Pius Langa passed away earlier this week at the age of 74. This measured man, one who never seemed flustered and always seemed to have time to reflect before speaking, was both a good person and a brilliant jurist. His many meticulously crafted judgments leave behind a fitting memorial to his life and work. But it was his famous 2006 speech on the nature of “Transformative Constitutionalism” for which he might very well become best remembered. Continue reading >>

Pius Langa: a man who knew the meaning of transformation

Former South African Chief Justice Pius Langa passed away earlier this week at the age of 74. This measured man, one who never seemed flustered and always seemed to have time to reflect before speaking, was both a good person and a brilliant jurist. His many meticulously crafted judgments leave behind a fitting memorial to his life and work. But it was his famous 2006 speech on the nature of “Transformative Constitutionalism” for which he might very well become best remembered. Continue reading >>
24 Juli 2013

The Constitutional Inheritance of the Royal Baby: A Speculation

The UK in the year of 2075: The former "Royal Baby" is finally to ascend the Throne. What will have changed, constitutionally, by then? Nick Barber gives free rein to his fantasy. Continue reading >>

The Constitutional Inheritance of the Royal Baby: A Speculation

The UK in the year of 2075: The former "Royal Baby" is finally to ascend the Throne. What will have changed, constitutionally, by then? Nick Barber gives free rein to his fantasy. Continue reading >>
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