Kinderrechte ins Grundgesetz: Ein neuer Entwurf bringt nichts Neues

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.“ Mit diesen Worten kündigte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht an, sich für eine Grundgesetzänderung stark zu machen. Die Grundrechte von Kindern sollen in der Verfassung eigens erwähnt werden. Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich für „Kinderrechte im Grundgesetz“ seit vielen Jahren ein. Mit dem Entwurf, den das Ministerium nun vorgelegt hat, dürften sie aber wenig zufrieden sein.

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Access to Menstrual Products is a Constitutional Right. Period.

On 7 November, the German Parliament (Bundestag) passed a legislation which will reduce the sales tax on menstrual products from 19 percent, for those classified as “luxury goods”, to 7 percent. While most international human rights instruments as well as constitutions are silent on the issue of access to menstrual products, the “tampon tax” reveals a deep gender bias in tax systems around the world. This bias is not only detrimental to the socio-economic rights of women but it is also unconstitutional as sex-based discrimination.

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Advertising: Global Constitutionalism (Journal)

Volume 8, Issue 3


November 2019


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Global Constitutionalism

Human Rights, Democracy and the Rule of Law

  • The constitutions of international organisations: How institutional design seeks to foster diplomatic deliberation
    DIANA PANKE, FRANZISKA HOHLSTEIN, GURUR POLAT
  • The transnational dimension of constitutional rights: Framing and taming ,private' governance beyond the state
    LARS VIELLECHNER
  • AND MORE ARTICLES..

‚Grundrechtsvielfalt‘ als Allzweckwaffe im Recht­sprechungs­verbund

Die Reaktionen auf die in der vergangenen Woche veröffentlichten Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts Recht auf Vergessen I und II dürften bei der interessierten Öffentlichkeit von Schnappatmung bis zu zufriedenem Kopfnicken gereicht haben. So oder so – beide Entscheidungen halten Grundlegendes bereit. Neben der Anwendung der Chartagrundrechte durch das Bundesverfassungsgericht in Recht auf Vergessen II zaubert selbiges in Recht auf Vergessen I das Konzept der ‚Grundrechtsvielfalt‘ aus dem Hut. Diese ‚Grundrechtsvielfalt‘ dient dem Bundesverfassungsgericht gleichzeitig als Argument, Zielvorgabe und institutionelle Brücke zum Europäischen Gerichtshof.

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Time for Strasbourg to Open its Doors to Turkey’s Purged Public Servants

A report by the Turkey Human Rights Litigation Support Project (TLSP) provides fresh evidence that the Commission formed in 2017 to examine the mass dismissals of public servants and liquidation of media outlets and other organisations functions arbitrarily and without transparency. Together with concerns about judicial review by administrative courts and the Constitutional Court, the report casts serious doubt on whether victims of abuses committed under emergency laws have access to an effective domestic remedy – a finding with implications for the European Court of Human Rights (ECtHR) as it considers the long queue of Turkish applications before it.

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Existenzminimum nach Luxemburger Art

Leistungen zur Gewährleistung eines menschenwürdigen Lebensstandards sind unantastbar. Das hat die große Kammer des EuGH in der Rs Haqbin (C-233/18) am 12. November 2019 für das Flüchtlingssozialrecht entschieden. § 1a des Asylbewerberleistungsgesetzes wird den Anforderungen des EuGH nicht gerecht, und das BVerfG könnte am Ende den Kürzeren ziehen, wenn es die Rechtsprechung des EuGH nicht berücksichtigt.

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A Captured State

The need for a rapid EU response in the rule of law crisis in Malta is evident: Every aspect of Daphne Caruana Galizia’s assassination case is susceptible to political interference from the Office of the Prime Minister. The police force is politically controlled, the magistrate is politically appointed, any pardons which may be granted to extract further information are within the gift of the Prime Minister, as are the chief prosecutors’ career prospects. The question of judicial independence, acute as it is, is just the tip of a rather large iceberg.

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Wider das Recht auf Vergessen … des Bundes­verfassungs­gerichts!

Irgendwie ist es schon kurios, dass Johannes Masing, der 2012 in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung angesichts des Kommissionsentwurfs zur späteren Datenschutz-Grundverordnung vor einem „Abschied von den Grundrechten“ gewarnt hatte, im hier zu besprechenden Verfahren ausgerechnet Berichterstatter war. Ob er 2012 wohl ahnte, dass er sieben Jahre später an einer Entscheidung mitwirken würde, die das Verhältnis von deutschem und europäischem Grundrechtsschutz von Grund auf neu justieren würde?

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Between Constitutional Romance and Real-World Politics

The Chilean process for a new constitution is a reminder that constitutional processes are not necessarily ideal scenarios of high deliberation, but processes that can include risks, self-interested politicians, the threat of violence, and competing views that try to defeat each other. In Chile, the romantic notion of constitution-building as a sort of new beginning quickly faced the challenges of real-world politics in a situation of institutional fragility.

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Neue starke Stimme in der europäischen Grundrechts-Polyphonie

Mit den beiden Beschlüssen Recht auf Vergessen I und II intoniert das BVerfG einen wohlabgestimmten Paukenschlag für den Grundrechtsschutz in der EU. Für Aufmerksamkeit sorgt insbesondere der Beschluss Recht auf Vergessen II, in dem der 1. Senat nun für bestimmte Konstellationen die Unionsgrundrechte als Prüfungsmaßstab anwendet. Ausdrücklich rückt er teilweise von seiner bisherigen Aussage ab, unionsrechtlich begründete Rechte gehörten nicht zu den Grundrechten, die mit der Verfassungsbeschwerde verteidigt werden könnten.

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Packt die Exekutive den Rechtsstaat?

Der ehemalige Bundesminister des Innern und jetzige MdB Thomas de Maizière hat kürzlich unter anderem eine umfassende Reform der Justiz und ihrer Verwaltung gefordert. Die den Vorschlägen zugrunde liegende ökonomistische Sichtweise auf die Justiz scheint jedoch manchmal Effizienz mit Effektivität zu verwechseln und droht, die fein austarierte Gewaltenteilung der Verfassungsordnung zu untergraben.

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