20 April 2010

Zahlen und fliegen? Oder regulieren und nicht fliegen?

Wenn ein Flugzeug in eine Vulkanwolke fliegt, fällt es runter. Das ist ein Risiko, das man vermeiden muss. Die Frage ist, wie.

Die Europäer bewältigen Risiken durch Regulation: Da gibt es eine oder mehrere Behörden, die es messen und bewerten und gegebenenfalls ein Flugverbot verhängen. Die Amerikaner dagegen überlassen die Risikoeinschätzung im Zweifel den Betroffenen selbst: Die Fluggesellschaften entscheiden, ob geflogen wird oder nicht – und wenn sie dabei einen Fehler machen, dann zahlen sie Schadensersatz, und zwar richtig, richtig viel.

In Europa trifft man oft auf smug faces, wenn von der amerikanischen Art des rechtlichen Risikomanagements die Rede ist. Dafür, so scheint mir, besteht kein Anlass, besonders nicht in diesen Tagen wild wuchernder Naturapokalyptik.

Wenn die Vulkan-Nummer dazu beiträgt, unseren europäischen „Rechtskultur“-Chauvinismus zu dämpfen und uns offener für die Vorteile und Stärken anderer Rechtssysteme zu machen, dann hatte der Spaß wenigstens insoweit sein Gutes.

P.S.: Wer sich fragt, wie man Eyjafjallajökull korrekt ausspricht – hier.


SUGGESTED CITATION  Steinbeis, Maximilian: Zahlen und fliegen? Oder regulieren und nicht fliegen?, VerfBlog, 2010/4/20, https://verfassungsblog.de/fliegen/, DOI: 10.17176/20181008-140925-0.

2 Comments

  1. Hotzenplotz Di 20 Apr 2010 at 10:24 - Reply

    Die Aussage ist in der Tendenz sicher richtig.

    Für richtig, richtig große Risiken wie das Risiko herunterfallender Flugzeuge ist sie aber – natürlich – falsch.

  2. Jens Di 20 Apr 2010 at 10:45 - Reply

    Vor alllem wäre es flugsicherungstechnisch nicht mehr handelbar, wenn plötzlich Flüge nach ganz Europa plötzlich auf der Iberischen Halbinsel landen müßten.

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