01 März 2011

Zu meinem letzten Guttenberg-Post

Ich habe mich heute nachmittag nach der Rücktritts-Rede von Guttenberg in diesem Blog zu einem spontanen Wutausbruch hinreißen lassen.

Inhaltlich habe ich daran nichts zurückzunehmen. Diese Rede war ebenso ekelhaft wie der Vorgang, der sie nötig gemacht hat.

Aber der Text ist mir zu emotional geraten. Dieser Blog soll kein Politik-Rant-Blog werden, davon gibt es woanders schon genug. Daher habe ich mich entschlossen, den Text wieder von der Seite zu nehmen.


SUGGESTED CITATION  Steinbeis, Maximilian: Zu meinem letzten Guttenberg-Post, VerfBlog, 2011/3/01, https://verfassungsblog.de/zu-meinem-letzten-guttenbergpost/.

15 Comments

  1. murry Di 1 Mrz 2011 at 22:14 - Reply

    Wenn ich mal spontan einen Tipp abgeben sollte was Guttenberg letzendlich zu einem Rücktritt bewogen hat, würde ich auf einen dezenten Hinweis aus den Reihen der Hofer Staatsanwaltschaft tippen, daß weitere Ermittlungen an deren Ende zumindest eine Geldstrafe steht unvermeidlich sind. Zu den Urheberrechtsverletzungen kommt ja noch der Verdacht der Untreue wegen der Inanspruchnahme des wissenschaftlichen Dienstes dazu. Das würde erklären weshalb er auch sein Mandat als Abgeordneter aufgibt und seine Andeutungen bezüglich strafrechtlicher Konsequenzen in seiner Rücktrittserklärung. Spätestens dann wäre er nicht mehr zu halten gewesen und dann noch eine Aufhebung seiner Immunität – da wäre der Ruf völlig ruiniert und ein Comeback nahezu ausgeschlossen. So kann er hoffen daß das nur eine Randnotiz bleibt.

  2. Al Di 1 Mrz 2011 at 22:39 - Reply

    ich kann’s verstehen, mir ging es genauso … was mich aber wirklich verbittert sind die Fans, die ihm immer noch nachlaufen müssen – weder offensichtliche Argumente noch sonstwas scheint zu helfen. Sollte er sich wirklich zum Volkstribun der neuen Rechtspopulisten aus eigener Hybris aufschwingen geht der Spass erst richtig los

  3. Christoph Di 1 Mrz 2011 at 22:49 - Reply

    Schade, ich hätte mich wohl doch dazu verleiten lassen sollen, während der Arbeitzszeit mal kurz hereinzuschauen :). Andererseits gibt es wahrlich Wutasubrüche genug in der „Blogosphäre“, wenn auch wenige, deren Veröffentlichung wirklich not tat.
    Ich schätze die Sachlichkeit und manchmal sogar etwas distanzierte Haltung des Blogs.
    Obwohl ich juristisch vollkommen ungebildet bin, finde ich hier immer wieder lesenswerte Beiträge.
    Der Text „Guttenberg und das anti-elitäre Ticket“ war der Beste , den ich zu dieser Sache gelesen habe.
    Also: Weiter so!

  4. innauen Di 1 Mrz 2011 at 23:26 - Reply

    Was mich erstaunt ist, dass diese völlig berechtigte rechtliche Dimension in der öffentlichen Debatte sogar bis zum heutigen Tag allenfalls eine Randbedeutung eingenommen hat. Nur Spiegel Online hat in seiner Recherche erkannt, dass das die Unvermeidlichkeit des Strafverfahrens der innere Grund für seinen Entschluss gewesen sein musste.

    Kannte niemand § 106 UrhG? Angesichts der Dimension der Urheberrechtsverletzung und der öffentlichen Bedeutung der Person Guttenberg war zumindest ein Strafbefehlsverfahren überaus wahrscheinlich – und einen vorbestraften Minister kann es nicht geben.

  5. OG Di 1 Mrz 2011 at 23:44 - Reply

    Die Stoßrichtung des ursprünglichen Beitrags (wenn auch nicht mit ganz so harten Worten) findet sich wieder in diesen Ausführungen des emeritierten Professors und wertkonservativen Bloggers Zettel:

    http://zettelsraum.blogspot.com/2011/03/guttenbergs-rucktrittserklarung-im.html

    Auch lesenswert vom selben Autor:

    http://zettelsraum.blogspot.com/2011/02/der-lugenbaron-vor-dem-bundestag.html

  6. Tourix Mi 2 Mrz 2011 at 08:32 - Reply

    Ihr Wutausbruch fand ich schon überraschend, entsprach das doch gar nicht ihrer sonst so besonnenen Art.
    Aber bei Akademiker kann ich es verstehen, wenn sie selbst sich den A**** aufgerissen haben um eine saubere Dissertation vorzulegen und dann das Theater mit dem Guttenberg verfolgen müssen.

    Warum hat Guttenberg trotz allem so viele Anhänger ?
    Das dürfte ein ähnliches Phänomen sein, wie mit dem Mark Medlock.
    Der wurde von Dieter Bohlen entdeckt, hat seine Heimatstadt öffentlich niedergemacht und als die örtliche Tageszeitung (Offenbach Post) etwas kritisches über die Qualität der Gesangskünsten dieses – ähm „Sängers“ ablies, kam es zu Proteststürmen von „Fans“ dieses Herrn. Fans aus Offenbach.

    Das ganze scheint somit irrational zu sein.

  7. Andreas Moser Mi 2 Mrz 2011 at 09:14 - Reply

    Und jetzt ist die CSU wieder die alte, provinzielle Partei von früher.

  8. Fred Mi 2 Mrz 2011 at 11:42 - Reply

    bis auf den „Drecksack“ fand ich’s gut!

  9. Cloud Mi 2 Mrz 2011 at 11:51 - Reply

    Lieber Max Steinbeis,
    ich lese diesen Blog derzeit sehr gerne und schätze die sachlichen, fundierten Beiträge sehr. Ich war gestern sehr überrascht über den emotionalen Artikel, da er aus der sonstigen Linie dieses Blogs tatsächlich ziemlich herausfiel. Allerdings fand ich ihn klasse. Erstens inhaltlich, zweitens in der Form. Ich finde es völlig ok, auf so was widerliches wie die Guttenberg-Rücktrittsrede emotional zu reagieren. Mir hat das aus dem Herzen gesprochen und ich finde es schade, dass der Beitrag nun offline ist.

  10. Faufu Mi 2 Mrz 2011 at 14:09 - Reply

    schade… ich fand den Beitrag gut, hat mir sehr aus der Seele gesprochen und er enthielt inhaltliche kritik. da darf man auch etwas emotional sein 🙂

  11. unitedbrands Mi 2 Mrz 2011 at 16:32 - Reply

    Ich würde den Text gerne lesen… jetzt umso mehr. Schade.

  12. Tourix Mi 2 Mrz 2011 at 21:38 - Reply

    Jetzt haben es die Guttenberg-Fans schon zu einem Artikel im Spiegel geschafft:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,748661,00.html

    Irgendwie nett. So kann man immer zurückverfolgen wer sich für sowas entblödet.
    Mal eine Beispielseite auf Facebook:
    http://www.facebook.com/ProGuttenberg/posts/174692575911020

  13. hunsrückbäuerlein Do 3 Mrz 2011 at 12:23 - Reply

    aha, bloß keine Emotionen, nur kein Zeichen der Empörung, das ist feige! Von dieser Sorte Technokraten, die alles ähnlich einem sprechenden navigationsgerät versachlichen, gibt´s schon genug. KT hat keine Sachwerte beschäfigt, er hat moralische, ethische Werte in den Dreck gezogen, da ist es wohl auch angebracht sich emotionla zu outen..oder? denken sie mal drüber nach. im übrigen lege ich ihnen folgen link nahe http://aristo.excusado.net/comments.php?y=11&m=02&entry=entry110217-213649. da dürfen sie dann gerne mal lesen zu was Technokraten so alles fähig waren/sind.

  14. Dolph Do 3 Mrz 2011 at 16:41 - Reply

    GROSSER FEHLER!

    Die Löschung dieses grandiosen Kommentars war ein Fehler, das wird uns allen in ein paar Jahren noch schmerzlich bewusst werden, wenn der brechreizinduzierende Schmalzkopf aus dem Exil zurückkehrt und mit Hilfe von BILD-Pöbel und RTL zum deutschen Berlusconi heranreift.

  15. Dietmar So 6 Mrz 2011 at 12:56 - Reply

    „Guttenbergs Vater, Enoch zu Guttenberg, kritisierte die „Häme und Selbstgerechtigkeit“, mit der über seinen Sohn hergezogen worden sei. Dies habe er seit 1945 so nicht mehr erlebt, betonte er.“

    (Demonstrationen für und gegen Guttenberg
    05.03.2011, 15:26 Uhr | Von Mey Dudin und Martin Roy, AP)

    Da fehlen mir die angemessenen Worte.

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