Türkei-Referendum vor dem EGMR: Warum der Gang nach Straßburg diesmal wohl nicht helfen wird

Nachdem die türkische Wahlkommission den Antrag einiger Oppositionsparteien auf Annullierung des Verfassungsreferendums vom 16. April verworfen hat, erwägt die oppositionelle CHP Medienberichten zufolge den Gang nach Straßburg. Dem halten türkische Spitzenpolitiker entgegen, der EGMR sei hierfür nicht zuständig. Was ist hiervon zu halten?

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Germany and the Erdogan Referendum: the Case for External Voting and Dual Citizenship

Almost a million and a half Turkish citizens resident in Germany are eligible to cast absentee ballots in a Turkish referendum to scrap its parliamentary system. The run-up to the referendum had German authorities obstructing pro-Erdogan rallies, to which Erdogan himself responded with charges that the German government was engaging in “Nazi practices.” The episode marks perhaps the most prominent and controversial example of external political campaigning since such activity has become normalized among states.

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Freiheit der (Auslands-)Wahl: Musste Deutschland der Türkei die Durchführung des Verfassungsreferendums gestatten?

Seit Montag dieser Woche sind rund 1,4 Millionen in Deutschland lebende türkische Staatsangehörige aufgerufen, in dem umstrittenen Verfassungsreferendum abzustimmen. Die Bundesregierung hatte die Durchführung der Wahl in Konsularvertretungen und eigens für das Referendum eingerichteten Wahllokalen mit dem expliziten Hinweis darauf erlaubt, dass Deutschland zu seinen demokratischen Grundsätzen stehe und sich die Entscheidung in eine Tradition früherer Genehmigungen türkischer Wahlen in Deutschland und dem europäischen Ausland eingliedere. Was bedeutet der Verweis auf die “demokratischen Grundsätze” und die “lange Kontinuität”, Wahlen auf deutschem Boden zu erlauben? Handelt es sich hierbei um rein politische Kulanz, um eine Tendenz, eine völkerrechtliche Praxis zu begründen, oder gar um eine völkerrechtliche Pflicht? Oder hatte im Gegenzug die Türkei die Pflicht, Deutschland um eine solche Genehmigung zu ersuchen? Und hätte eine Versagung der Genehmigung Konsequenzen jenseits einer erneuten Schlechtwetterphase in den deutsch-türkischen Beziehungen gehabt?

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Brücken für die Diaspora: ein Interview mit RAINER BAUBÖCK

"Die richtige Antwort auf die Unterstützung autoritärer Herkunftsregime durch manche Einwanderer ist es, sie für die deutsche Rechtsordnung und Demokratie zu gewinnen. Und das setzt voraus, das man ihnen den Zugang dazu gewährt. Diesen Zugang kann man auf zwei Weisen gewähren, durch Einbürgerung oder durch das kommunale Ausländerwahlrecht."

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Le gouvernement de soi et des autres: Zu Auftrittsverboten für türkische Regierungsmitglieder

Die hochproblematische Verfassungsreform in der Türkei führt innerhalb der EU zu ungewöhnlichen Allianzen: In seltener Einmütigkeit wird länderübergreifend von ganz rechts bis weit ins linke politische Spektrum hinein ein Auftrittsverbot für türkische Politiker gefordert. Das gefühlt häufigste Argument bemüht dabei die Souveränität: Man möchte die Kampagne der türkischen Regierung für ihre die Gewaltenteilung gefährdende Verfassungsreform nicht auch noch im eigenen Land haben. In einer pluralistischen Gesellschaft weckt solche Einmütigkeit Zweifel, die sich bei näherem Hinschauen verfestigen – und zwar in juristischer wie politischer Hinsicht.

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Bitte nicht reden! Auftritte ausländischer Regierungsmitglieder in Deutschland

Um die Auftritte türkischer Spitzenpolitiker in Deutschland zu verhindern, wurde bisher mit sicherheitsrelevanten Bedenken argumentiert. Doch es stellt sich die Frage: Was kann man tun, wenn man den Auftritt eines ausländischen Vertreters untersagen will, obwohl der Parkplatz groß genug und die Polizei ausreichend gegen Ausschreitungen gewappnet ist?

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Presidentialism à la Turka or what? The (missing) logic behind the constitutional amendments

Erdoğan’s efforts to inscribe his understanding of presidential domination into the Turkish constitution should not be mistaken for a systematic turn towards a presidential model of government. The inbuilt inconsistencies of the reform may well develop some serious unintended side effects causing political deadlock and institutional breakdown in the long run.

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New Constitutional Amendment Proposal in Turkey: A Threat to Pluralistic Democracy!

Turkey will hold a referendum on a fundamental constitutional reform, probably in April. The designed political regime is neither parliamentarism nor presidentialism. Although the government calls the new political regime as a “Turkish type of presidentialism” with a populist discourse; in reality, the new regime will bring a kind of “delegative democracy”, which is seen usually in the South American, sub-Saharan African and in central Asian countries.

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The Turkish Constitutional Court under the Amended Turkish Constitution

In March 2016, the Turkish Constitutional Court (TCC) ruled that the rights of the Turkish journalists Can Dündar and Erdem Gül had been violated, leading to their release from prison after three months. Recep Tayyip Erdoğan responded by criticizing the TCC sharply, questioning its existence and legitimacy. This had not been the first time over the last years, that the Court had been attacked. The constitutional amendments, that will be put to referendum in April 2017, seemed to be a golden opportunity to change the composition and cut back the broad competences of the TCC. Did the AKP-led Parliamentary Constitutional Committee seize this opportunity?

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Turkey’s draft constitutional amendments: harking back to 1876?

In the last month of 2016, Turkey’s ruling Justice and Development Party (AKP) and the fourth biggest party, the National Movement Party (MHP) unveiled a controversial new draft constitution which aims at a total system change. Initially, the most striking changes include the strengthening of the presidency with several new powers and no accountability to the judiciary. Furthermore, the way is cleared for Mr. Recep Tayyip Erdoğan to rule the country until 2029, and who knows – maybe even longer.

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