10 März 2010

Die Angst der Deutschen vor dem Internet

72 Prozent halten das Netz für einen gefährlichen Ort, um seine Meinung frei zu äußern – mehr als in jedem anderen Land. So eine aktuelle Studie, die die BBC in Auftrag gegeben hat.

Warum? Was erschreckt uns mehr als die anderen? Sind wir besonders leicht einzuschüchtern? Oder tatsächlich in größerer Gefahr?

Was ist da los?


SUGGESTED CITATION  Steinbeis, Maximilian: Die Angst der Deutschen vor dem Internet, VerfBlog, 2010/3/10, https://verfassungsblog.de/die-angst-der-deutschen-vor-dem-internet/.

23 Comments

  1. egal Mi 10 Mrz 2010 at 12:57 - Reply

    Was hat „Safe Place“ mit gefährlicher Ort zu tun?

    Wenn ich mir die
    – Meinungsbeschränkung durch Gerichte wie etwa in Hamburg,
    – geschäftsmäßige Praxis bei Abmahnung,
    – Datenskandale bei Providern & Co. ,
    – verschiedenen Interessen des Staates (Zoll, Polizei, VS & Co.) bei der Datenerhebung,
    – politische Verfolgung von bloggern in China oder Iran und
    – die unfreiwillige „ewige Speicherung“ bei Google ansehe,

    finde ich das Internet als solches nicht unbedingt „sicher“.

    Die Frage ist zudem wohl eher, wie gefragt wird. Ob allgemein oder persönlich. In welchem Kontext (VDS? „Bundestrojaner“ usw.). Vielleicht gehen die Deutschen auch einfach nur zu verkopft heran?

  2. Johannes Mi 10 Mrz 2010 at 13:34 - Reply

    Ich würde sagen, die Deutschen haben gewonnen – weil sie nämlich in ihrer großen Mehrheit offenbar begriffen haben, dass das Internet kein „sichererer Ort als irgendwo anders“ ist, um seine Meinung zu sagen – denn etwas anderes kann mit der Frage ja wohl nicht gemeint sein.

    Und genauso ist es ja wohl auch richtig, denn was man auf Papier, im Fernsehen o.Ä. nicht sagen darf (zB Gewaltverherrlichung, Antisemitismus), sollte man natürlich auch im Internet nicht sagen dürfen.

  3. meknowsnothing Do 11 Mrz 2010 at 00:34 - Reply

    Das hat mehr mit Privatsphäre zu tun als mit freier Meinungsäußerung, denke ich. Die Amerikaner sehen es vermutlich andersherum. Von daher ist die Frage wohl nicht gut gestellt.

  4. […] …боятся высказывать в интернете собственное мнение, по … […]

  5. […] – mehr als in jedem anderen Land. So eine aktuelle Studie, die die BBC in Auftrag gegeben hat. Artikel komplett lesen Bookmarken […]

  6. hanfstaat Fr 12 Mrz 2010 at 07:54 - Reply

    Freiheit wird in Hanf gemessen!

  7. thomas Fr 12 Mrz 2010 at 08:20 - Reply

    Das Ergebnis könnte man für Deutschland sicherlich nicht unwesentlich durch eine geringe Änderung der ZPO verbessern – indem nicht mehr Hamburg „faktisch zuständig“ ist, sondern das Gericht am Wohnsitz des Beklagten.

  8. tobi Fr 12 Mrz 2010 at 08:34 - Reply

    lol wir liegen ja sogar hinter china.

  9. sati Fr 12 Mrz 2010 at 08:34 - Reply

    lol wir liegen ja sogar hinter china..

  10. Big Brother Fr 12 Mrz 2010 at 09:01 - Reply

    […] Verfassungsblog […]

  11. alex Fr 12 Mrz 2010 at 09:42 - Reply

    Ich stimme thomas zu: Die Abwanderung der Internetgerichtsbarkeit an das LG Hamburg hat den Grundfreiheiten der Deutschen im Internet großen Schaden zugefügt. Aber das ist nicht alles: Die Schlammschlacht, die aus den Reihen der Politik gegen die Netzgemeinde geführt wird (indem diese mit Pädophilen, Verfassungsfeinden und Terroristen gleichgestellt werden), ist sicher mit ein Grund für diesen Meinungsausschlag.

  12. Thaniell Fr 12 Mrz 2010 at 10:35 - Reply

    Ich denke ihr seht das zu sehr aus Sicht der Netizens – für den Durchschnittsuser (jedenfalls basierend auf der mir bekannten Auswahl) liegt die Gefahr viel eher darin sich öffentlich irgendwelche Chancen für die eigene Karriere bzw. Freundschaften im eigenen Umfeld zu verbauen. Solche Sachen wie Pseudonyme werden ja gerade in sozialen Netzen, da wo Karl Durchschnittsnutzer noch am ehesten was von sich gibt, meistens verboten – jedenfalls aber von Betreiberseite ungern gesehen. Während sich die Amis freuen, dass das Geschreibsel im Grunde von der ganzen Welt gelesen werden kann, ist das für genug Deutsche ein Grund zum fürchten.

  13. dot tilde dot Fr 12 Mrz 2010 at 10:42 - Reply

    ich möchte erneut darauf hinweisen, dass das internet kein ort ist. genau wie das telefon, der brief, der walkman, das buch und das radio.

    .~.

  14. Kand.in.Sky Fr 12 Mrz 2010 at 11:21 - Reply

    Im ersten Beitrag wurde schon alles gesagt.

    Und wer in DE eine Seite/Blog betreibt weiss oder sollte wissem, dass er sich wegen einer Meinungsäusserung im Beitrag/Forum/Kommentaren der Gefahr der Hausdurchsuchung und Beschlagnahmung aussetzt.

    die „alten“ Meinungsmacher wollen ums verrecken sich nicht die Macht aus den Händen nehmen lassen. Und es gelingt ihnen recht gut, die neue aufgeklärte Generation ist noch lange nicht in Sicht.

    #k.

  15. […] Die Angst der Deutschen vor dem Internet | Verfassungsblog Die Angst der Deutschen vor dem Internet | Verfassungsblog http://goo.gl/iHYQ So so… rechtsfreier Raum? […]

  16. gastax Fr 12 Mrz 2010 at 12:15 - Reply

    Warum?

    http://politikglobal.blogspot.com/

    Darum!

    Autor Rumpelstilz ist zwar streitbar, aber freie Meinungsäußerung muss in einer mündigen, kritischen Gesellschaft grenzenlos möglich sein.

    gastax

  17. K.K.Lake Fr 12 Mrz 2010 at 13:24 - Reply

    Sorry, aber da halte ich eine dunkle Gasse, eine vielbefahrene Strasse oder in Anbetracht der immer wieder aufkommenden News ein öffentliches Verkehrsmittel für einen wesentlich gefährlicheren Ort.

    Gruß,
    K.K.Lake

  18. […] Ghana und anderen von totalitären Terroregimen unterdrückter Regionen überzeugt davon sind, das Internet wäre ein Raum zur freien Meinungsäußerung? Den Deutschen ist dank aufklärerischistischer Medien und allgemein weitaus höherem Bildungsstand […]

  19. […] Die Angst der Deutschen vor dem Internet Dieser Beitrag wurde am Freitag, 12. März 2010 um 15:35 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie News, kurz Gepostet abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden. […]

  20. Honk Fr 12 Mrz 2010 at 18:05 - Reply

    gefährlich heisst ja auch nicht, dass sie es nicht trotzdem tun. „sicher“ im igentlichen sinne ist das internet nun wahrlichnicht und nirgendwo ist auch das gesate so leicht manipulierbar von aussenstehenden.

  21. […] (via verfassungsblog.de) […]

  22. Keks So 14 Mrz 2010 at 20:58 - Reply

    ja, was heisst „sicher“?

    Anonym sein? Oder:

    Eine namentliche, öffentliche Meinungsäusserung bringt IMMER igendwelche Gefahren mit sich (und sinds auch nur Spinner/Wackos/Stalker – im dummen Fall darf man halt wegen Saufbildern nicht mehr in ein islamisches Land, im schlimmsten Fall kriegt man mit was „Gefahr für Leib und Leben“ denn so bedeutet.)

    „Hater’s gonna hate“ und so, ne?

    Wer glaubt „sicher“ zu sein, empfieht seinen Kindern auch treffen mit Internetbekanntschaften 🙂

    Grüße

    Keks

  23. Johannes NL Fr 2 Apr 2010 at 20:23 - Reply

    (Sorry but I write in English)
    I lived in Germany quit some time and in my feeling the german state is still very autocratic in comparison to other states in the EU. I think persdonally that the whole issue of Verfassungsschutz is not pointed at the nazi heritage but is an institutionalized control organism that enables the state to control anything it likes to control without justification. Who ever thought that internet would escape national states is in my eyes very naive. And about the whole nazi-heritage: I know especially Germans are sensitive to that issue. Should however internet have anything to do with that? There is no such thing as freedom of speech. Not left, not right. As soon as you are heard you have a problem. As long as you are insignificant you can do what you want. Better waste time on more fundamental issues.

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