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11 September 2026
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Auf dem zweiten Auge blind

Der Reformbedarf der juristischen Ausbildung bleibt Streitthema geblieben und wird auch Gegenstand des Deutschen Juristentags vom 16. bis 18. September in Erfurt sein. Wir möchten deshalb einen Überblick über den bisherigen Forschungsstand zur Qualität und Aussagekraft der juristischen Prüfungspraxis geben. Dabei wird deutlich, dass selbst die Verwaltung derzeit nicht davon ausgeht, in der Forschung etablierte Standards bei den Staatsprüfungen einzuhalten. Wir schlagen daher eine schnell umzusetzende Maßnahme vor, die die Klausurbewertung kurzfristig verbessern dürfte und mittelfristig zusätzliche Erkenntnisse über die Qualität der Bewertung im Staatsexamen unter Realbedingungen ermöglicht: die verdeckte Zweitkorrektur. Continue reading >>
12 February 2026

Gute Behinderungen ins Töpfchen, schlechte ins Kröpfchen

Das VG Wiesbaden verweigerte einem chronisch kranken Referendar mit Konzentrationsschwierigkeiten und erhöhtem Regenerationsbedarf zusätzliche Schreibzeit, da Arbeiten unter Zeitdruck zum Kernbestandteil juristischer Prüfungen gehöre. Diese Schlussfolgerung hält den verfassungsrechtlichen Anforderungen aus Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG („Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“) nicht stand, weil sie bei bestimmten Behinderungen das Recht auf Nachteilsausgleiche, die bei anderen Behinderungen regelmäßig gewährt werden, vorschnell abschneidet. Continue reading >>
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17 September 2024

Man müsste das Staatsexamen erfinden

Wenn möglichst viele Menschen Jura studieren können sollen, dieses Studium auch in Zukunft zugleich akademisch grundständig und berufsbefähigend angelegt sein soll, und schließlich die eigene Verantwortung für den Studienweg gestärkt werden soll – dann gibt es nichts Besseres als das bestehende System des Staatsexamens. Continue reading >>
13 September 2024

Stressfaktor Staatsexamen

Das Erste Juristische Staatsexamen zählt aufgrund der Menge des in einem Block geprüften Stoffumfangs und der damit verbundenen langen Prüfungsvorbereitung zweifellos zu einer der anspruchsvollsten Prüfungsphasen des deutschen Hochschulsystems. Das JurSTRESS-Projekt konnte mithilfe moderner biopsychologischer Methoden und einem detaillierten, longitudinalen Design bestätigen, dass die Vorbereitung auf die Erste Juristische Staatsprüfung eine sehr belastende Zeit für die Studierenden darstellt. Besonders bedenklich sind dabei die hohen Raten an zu mindestens einem Messzeitpunkt auffälligen Werten in den Dimensionen Ängstlichkeit (48%), Depressivität (19%) und chronisches Stresserleben (59%). Continue reading >>
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