12 June 2026
Jakob Gašperin Wischhoff
Vor kurzem unterhielt ich mich mit in Deutschland geborenen Freund:innen über Zugehörigkeit, Identität und Staatsbürgerschaft. Schüchtern – und ein wenig stolz – erzählte ich, dass ich gerade erst die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Zugleich fragte ich mich, ob mich das tatsächlich zu einem gleichberechtigten Deutschen macht. Sofort entbrannte eine lebhafte Debatte. Meine Freund:innen versicherten mir charmant, dass es so etwas wie „Bio-Deutsche“ gar nicht gebe – das sei ein Gespenst der Vergangenheit. Doch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin zum Fall Abdallah A. nahm mir diese Gewissheit.
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12 June 2026
Jakob Gašperin Wischhoff
Not long ago, I was chatting with my German-born friends about belonging, identity, and citizenship. I had recently become a German citizen, but wondered whether that truly makes me an equal one. A lively debate immediately flared up, and my friends charmingly convinced me that there is no such thing as “Bio-German”– that this is only a ghost from the past. But then the case of Abdallah A. decided by the Berlin Administrative Court forced me to revisit that conversation.
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08 May 2026
Florian Meinel
On the anniversary of Germany’s unconditional surrender, the Bundesrat today held its first reading of a bill that would criminalise certain statements about Israel under a newly created offence. The drafters invoke Germany’s responsibility to protect Jewish life in bold moral terms. Yet, the legislation they propose plainly denies that very responsibility. The political logic of viewpoint discrimination is inescapable, whatever the intentions.
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08 May 2026
Florian Meinel
Am Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation lag dem Bundesrat heute zur ersten Beratung ein Gesetzentwurf vor, der Äußerungen über Israel nach neuen Gesichtspunkten unter Strafe stellen soll. Die Autoren des Entwurfs tragen die Verantwortung der Bundesrepublik für den Schutz jüdischer Menschen zwar wichtigtuerisch vor sich her, weisen sie aber mit dem, was sie regeln wollen, zugleich unbewusst weit von sich. Der politischen Logik des Sonderrechts entkommt man nämlich auch mit den besten Absichten nicht.
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07 May 2026
Ennio Friedemann, Paul Strothmann
NS-Gedenkstättenarbeit ist inhärent politisch. Gedenkstätten können deshalb schnell zum Schauplatz (welt-)politischer Konflikte werden. Ein am 09.04.2026 im Eilrechtsschutz ergangener Beschluss des Verwaltungsgerichts (VG) Weimar erregte dabei jüngst bundesweit besondere mediale Aufmerksamkeit. Dem Beschluss lag eine durch die Stadt Weimar ausgesprochene Versammlungsbeschränkung für eine pro-palästinensische Gruppe zugrunde.
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04 May 2026
Kai Ambos
Wer geglaubt hatte, dass die „Staatsräson“ nach den distanzierten Äußerungen von Kanzler Merz auch bei der Union in Ungnade gefallen ist, sieht sich durch den hessischen Gesetzentwurf vom 23.4.2026 zur Erweiterung des Tatbestands der Volksverhetzung zum Schutz Israels eines Besseren belehrt. Zugleich wird damit die Meinungsfreiheit durch weiteres „Sonder(meinungs)strafrecht“ über die verfassungsgerichtliche Ausnahme des Wunsiedel-Beschlusses hinaus eingeschränkt.
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21 April 2026
Dominika Bychawska-Siniarska, Aleksandra Gliszczyńska-Grabias
In a recent incident in the Polish Parliament, an extreme right-wing MP, Konrad Berkowicz, displayed a modified Israeli flag bearing a swastika in place of the Star of David while accusing Israel of committing genocide. The ECHR protects severe criticism of governments, allegations of international crimes, and speech that “shocks, offends or disturbs”. Yet the question is whether the use of a Nazi symbol remains protected political expression in a constitutional order shaped by the legacy of Nazism and the Holocaust. In our view, it does not.
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20 March 2026
Jens Hanssen
I find myself writing these words no longer from Beirut, but about it – my professional home. It is a city to which I am deeply bound, one that was the subject of my doctoral thesis over twenty-five years ago, and where I have had the honour of directing the Orient-Institut Beirut (OIB). The asymmetric war between Israel and Hizbollah reignited on 2 March 2026, and once again forced Lebanese civilians south of Beirut to flee through the ruins of the last war. EU member states must find an independent, credible voice. This is not an anti-American stance; it is the fundamental duty of a democracy to act in accordance with its constitution and international law.
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20 March 2026
Jens Hanssen
Ich schreibe diesen Text leider nicht mehr aus, sondern über Beirut, meine berufliche Heimat. Die Stadt, der ich tief verbunden bin, über die ich vor über 25 Jahren meine Doktorarbeit schrieb und in der ich das Orient-Institut der Max-Weber-Stiftung leite. Am 2. März 2026 brach erneut der asymmetrische Krieg zwischen Israel und Hizbollah aus und vertrieb die libanesische Zivilbevölkerung südlich von Beirut erneut aus den Bauruinen des letzten Krieges. Die EU-Staaten müssen jetzt eine eigenständige, glaubwürdige Stimme finden. Das ist keine antiamerikanische Geste; es ist die Pflicht einer Demokratie, nach ihrer Verfassung und dem Völkerrecht zu handeln.
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15 February 2026
Florian Meinel
Das Bundesverfassungsgericht hat eine von einem im Gazastreifen lebenden Palästinenser erhobene Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen. Pünktlich zur Münchener Sicherheitskonferenz konnte Karlsruhe grünes Licht geben: Die Bundesregierung hat freie Hand. Gewalt geht immer von den anderen aus: von den Amerikanern in Ramstein, von den deutschen Rüstungsfirmen, von der IDF. In der Mitte die Bundesregierung als die große Unterlassende mit einem ganz weit bemessenen Spielraum zur eigenverantwortlichen Aufgabenwahrnehmung im Bereich der auswärtigen Politik.
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27 January 2026
Tristan Wißgott
In der berühmten Brokdorf-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1985 hatte die Protestbewegung ihre verfassungsrechtliche Legalisierung erfahren; die Versammlungsfreiheit wird seither als „eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt“ angesehen. Dieses Brokdorf-Paradigma ist erschöpft. Die seit dem 7. Oktober 2023 sichtbaren Versammlungsrechtskonflikte – jüngst etwa: das VG Berlin zur Auflösung des „Palästina-Kongresses“ – markieren nicht bloß Vollzugsdefizite, sondern das Ende des Brokdorf-Paradigmas selbst.
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24 December 2025
Reut Yael Paz
Antisemitic incidents in Germany have risen sharply since October 7, 2023, intensifying pressure on courts, public authorities, employers, and universities to determine where democratic contestation ends and unlawful discrimination begins. While many of these incidents never reach legal thresholds, courts are repeatedly called upon to decide whether contested speech, conduct, or affiliation constitutes legally relevant antisemitism. These decisions must be rendered in binary terms—lawful or unlawful, permissible or sanctionable—even when social meaning, political symbolism, and intent remain deeply contested.
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17 October 2025
Kriszta Kovács, Julian Leonhard
Campus protests have been testing European universities. The demonstrations at Freie Universität Berlin highlighted the tension between seeing universities as open spaces for free speech and regarding them primarily as institutions dedicated to academic discourse. German courts have leaned toward the latter approach, whereas EU law provides a broader scope for academic freedom while still tying it to academic contexts. Although the upcoming European Research Area Act does not appear to address this issue, guidance from EU law could help universities strike a better balance between protecting the right to protest and safeguarding academic freedom.
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11 September 2025
Khaled El Mahmoud, Spyridoula Katsoni, Anna Sophia Tiedeke
Since we do believe in the power of sharing personal experiences and in solidarity, we decided to share ours through this symposium as they highlight the different shapes and forms that silencing attempts and chilling effects can take, as well as the salience of solidarity in academia. They further unearth the hidden costs associated with pursuing publication projects that resist topical normalization and try instead to re-open space for important – yet often uncomfortable – conversations in a highly polarized political environment.
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21 July 2025
Sué González Hauck, Jens T. Theilen
Das BVerfG hat mit Urteil vom 15.07.2025 eine völkerrechtliche Verantwortung Deutschlands wegen der von der US-Air-Base Ramstein geflogenen Drohnenangriffe zurückgewiesen. Dennoch bestätigt das Urteil, dass es grundrechtliche Schutzpflichten des deutschen Staates gegenüber Ausländer*innen im Ausland geben kann. Damit ist es auch für die derzeit hochumstrittenen Genehmigungen von Waffenlieferungen an Israel von großer Bedeutung.
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20 June 2025
Maxim Bönnemann, Eva Maria Bredler
Innenansichten aus der deutschen Völkerrechtslehre
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30 May 2025
Kai Ambos, Maxim Bönnemann
Five Questions to Kai Ambos
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07 February 2025
Robert Brockhaus
Das Landgericht Berlin I hat mit Urteil vom 8. November 2024 die Wortfolge "From the river to the sea" als Kennzeichen der Hamas eingestuft und eine Angeklagte wegen Verstoßes gegen § 86a StGB (Verwenden von Kennzeichen terroristischer Organisationen) zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagte hatte sich auf Social Media explizit zur Hamas bekannt und den Slogan in Posts verwendet. Das Urteil geht über den Einzelfall hinaus, indem es generell die Wortfolge kriminalisiert. Dies ist besonders problematisch, weil die Formulierung mehrdeutig ist und in verschiedenen Kontexten – auch ohne Bezug zur Hamas – genutzt wird.
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13 January 2025
Ole Aldag
Das Staatsangehörigkeitsrecht ist ein fein austariertes Gefüge, das sowohl durch das Grundgesetz als auch durch das Völkerrecht bestimmt wird – und eben kein Instrument für gesellschaftspolitische Schnellschüsse. Zwar sind Staaten in ihrer Souveränität grundsätzlich frei, eigene Regeln für den Entzug oder Verlust der Staatsbürgerschaft festzulegen. Diese Freiheit findet ihre Grenzen jedoch nicht nur im Art. 16 des Grundgesetzes, sondern - wie dieser Beitrag aufzeigen soll – darüber hinaus auch im Völkerrecht.
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02 January 2025
Florian Meinel
Wer sich von rechtszerstörenden Fiktionen heute ein Bild machen will, lese das kürzlich veröffentlichte und inzwischen rechtskräftige Urteil der 9. Kammer des Verwaltungsgerichts Regensburg vom 7. Oktober 2024. Es ist eine der ersten bekannt gewordenen gerichtlichen Entscheidungen, die zu der im Juni 2024 in Kraft getretenen Reform des Staatsangehörigkeitsrechts ergangen sind.
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15 November 2024
Isabel Lischewski
Der Deutsche Bundestag debattiert dieser Tage eine weitere Resolution zum Thema Antisemitismus und Israelfeindlichkeit, diesmal mit Fokus auf Schulen und Hochschulen. Ähnlich wie bei der bereits kürzlich verabschiedeten Resolution „Nie wieder ist jetzt – Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken“ bietet der Entwurf vielfachen Anlass für Kritik. Ich werde mich im Folgenden auf die Punkte in der Resolution beschränken, die die Schulen betreffen.
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12 October 2024
Eva Maria Bredler, Maxim Bönnemann
On the relational potential of legal discourse
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19 August 2024
Kai Ambos
Am 20.5.2024 hat Karim A.A. Khan, der Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Netanyahu und Verteidigungsminister Gallant sowie drei Hamas-Führungsfiguren in der Palästina-Situation beantragt. Die Bundesregierung argumentiert in ihrer am 9.8.2024 veröffentlichten Stellungnahme, dass Israel die echte Möglichkeit und mehr Zeit gegeben werden müsse, um selbst strafverfolgerisch tätig werden zu können. In der Stellungnahme zeigt sich eine starke, fast bedingungslose Unterstützung Israels, die einem Primat der Politik über das Recht nahekommt
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01 August 2024
Yaniv Roznai
Constitutions are linked both to the past and to the future. A central constitutional mechanism in the attempt to mark a dividing line between the past and the future, to represent a new era are unamendable provisions. Unamendable provisions, in this sense, play a “negative” role, serving as a lasting reminder of recent past devastations and as a constitutional/institutional attempt to transform and never return to past injustices. It is within this framework of ‘never again constitutionalism’ I wish to examine one of the most unique and interesting unamendable provisions in the world: the protection of ‘Liberty of the press’ in the Mexican Constitution of 1824.
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31 July 2024
David Abraham
There are few questions that have proven themselves more fruitless to pose than “What Are the Lessons of the Holocaust?” For very many Jews, and certainly for the Israeli state, the lesson, to be realized in law and policy, is “Never Again–to Us”. The more liberal or universalist lessons are a call for civil courage, democratic self-defense and early awareness of the possibility of dictatorship and mass murder, “Never Again–to Anyone. The tension between these two perspectives is found everywhere the matter is considered, even in Israel and even symbolically.
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30 July 2024
Pratap Bhanu Mehta
India’s modern history has been profoundly shaped by a concern that nationalism can lead to mass violence and atrocity, if not genocide. This preoccupation was also shaped by the experience of World War II. Indian politicians and thinkers often referred to the experience of Nazism in making the case for India to intervene and prevent an impending genocide in what was then East Pakistan. While the intervention led to the creation of an independent state of Bangladesh, it was also a case in which invocation of the holocaust and “Never Again” was apt.
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29 July 2024
Barak Medina
The trauma of Auschwitz continues to reverberate in the collective consciousness of Israelis and manifests in Israeli laws across several primary domains. However, the primary impact of the Holocaust trauma on Israeli constitutional law has been the concerted efforts to prevent Israel from descending into a fascist, racist regime akin to Germany in the 1930s. The incorporation of the concept of Intolerant Democracy, which occupies a central role in Israeli constitutional law, was explicitly inspired by German history.
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28 July 2024
Uladzislau Belavusau
For this symposium essay, I will focus on the Jewish past, with its tragedies extending beyond and preceding the Holocaust as a master narrative unfolded by mnemonic constitutionalism. Specifically, I will reflect on how citizenship laws – as the foundational cluster of constitutional law in liberal democracies, including the countries without a formal constitution – have built constitutional ontologies upon the Jewish past and the “never again” theme through three central examples involving “Jewish citizens”.
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27 July 2024
Udo Knapp
The “Never Again” is the desperate evocation of something impossible. Nothing prevents people from expanding the arsenal of their crimes with ever newer, ever more artificial, more scientific methods and instruments, and from using them. Just as grass and flowers mercifully spread over the ruins of the ovens, the fields fertilized with ashes, all attempts to bear witness to the crimes, to keep memory alive as a warning, dissolve into the history of the victors, which has dominated everything else in all times of human history.
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26 July 2024
Hualing Fu
This essay aims to provide a Chinese perspective on the question of traumas and the Never Again imperative. It will first place the question in the long history of constitution-making in China, taking the view that constitutional narratives are context-driven, shaped by particular historical processes, and addressing particular historical concerns of respective nation-states, each with its trauma and Never Again imperatives. This essay then brings the current 1982 constitution into focus, highlighting the trauma it is designed to address and assessing the sincerity and effectiveness of the commitment.
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25 July 2024
Olga Ametistova
In the Soviet Union and later in Russia, reference to World War II played a central role in the decades after 1945. The “never again” narrative in Russia takes a very specific form: The focus is not on the Holocaust but on the Victory in the “Great Patriotic War” against fascism, the increase of power and status in the international system that this has brought, and the perpetuation of the present and timeless actuality of war in a mostly imperial and post-imperial context. The discourse on Victory against fascism undergoes a paradoxical development, from a way of commemorating collective trauma to the justification and glorification of new wars.
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24 July 2024
Gilad Hirschberger
Holocaust historian Jan Tomasz Gross claimed in a 2015 article that the immigration crisis in Europe is inextricably linked to the way Europeans today contend with their group’s behavior during the Holocaust. What does the influx of mostly Muslim immigrants to Europe have to do with how Europeans treated their Jewish population eighty years ago? According to Gross, the answer lies in whether nations acknowledge their historical culpability, most notably in the case of Germany, or whether they actively try to deny any wrongdoing, such as in the cases of Poland and Hungary.
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23 July 2024
Matthias Goldmann
Nach den vielbeachteten Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) über einstweilige Anordnungen im Gaza-Konflikt erweckte das Gutachten vom 19. Juli 2024 zur Illegalität der israelischen Besatzung ein verhältnismäßig geringes Medienecho. Dies steht im eklatanten Gegensatz zu seinem Inhalt. Der internationale Gerichtshof bewertete nämlich kurzerhand die gesamte israelische Besatzung des palästinensischen Gebiets, einschließlich Gaza, für rechtswidrig. Dies dürfte erhebliche völkerrechtliche, völkerrechtspolitische, geopolitische und erinnerungspolitische Konsequenzen nach sich ziehen.
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23 July 2024
Kim Lane Scheppele
Those who build new public law act with the past hovering over their shoulders. Rejecting regimes of horror explains much of the content of new constitutions. Aversive constitutionalism – in which constitutionalists overtly steer away from a country’s appalling pasts – guides how they understand these new texts. On balance, even among those who disagree over precisely how the past is memorialized as “never again” in new constitutions, evidence shows that the horrors of the past influence public law in the present much more than do the dreams of some ideal future.
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22 July 2024
Joseph H.H. Weiler
“Never Again” is one of those slogans on which practically everyone can agree. How can one not? (Unless you belong to the flat-earth Holocaust-denial lunatic fringe). When we use “Never Again” it is, of course, a shorthand to the enormity of German National Socialism. The pledge “Never Again” is absolute in time: Never again. It is absolute in space too: “That” cannot and should not ever take place anywhere. It is universal: It bridges Left and Right, North and South, Rich and Poor. Standing at the barricades under the “Never Again” banner is both powerful and self-empowering. But herein lies its potential for abuse. What exactly is the “that” which must never happen again?
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22 July 2024
Mattias Kumm, Liav Orgad
“Never again” is, first and foremost, a story. It’s a story about our collective fears, anxieties, and aspirations, those moments and events that we have promised ourselves that will never be repeated. The Jewish story is interwoven with the Holocaust—the killing of six million Jews in Europe and the urgency of the re-establishment of a Jewish state to solve the problem of Jewish homelessness. Yet the constitutional and international meaning of “never again” depends on one’s position and point of view, and it changes over time. The chain reaction that began with the horrors of WWII continues to drive constitutional and international agendas. It is clear that “history talks,” but in which direction?
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19 June 2024
Hans Michael Heinig
Eingangs des Beitrags “Antidiskriminierungsklauseln im Zuwendungs- und Förderungsrecht” wird zu Kritik und Gegenrede eingeladen. Es zeugt doch von einem sehr speziellen Freiheitsverständnis, wenn jede Hürde auf dem Weg zu einer staatlichen Subventionierung als Grundrechtseingriff verstanden wird, der funktional mit einem Verbot äquivalent sein soll. Grundrechtliche Freiheit tritt in Konsequenz als kollektiviert, reglementiert, zugeteilt, alimentiert, rationiert, also als wohlfahrtsstaatlich mediatisiert in Erscheinung.
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21 May 2024
Stefanie Bock
Am 20.5.2024 hat der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs bekannt gegeben, dass er in der „Situation Palästina“ mehrere Haftbefehle gegen ranghohe politische und militärische Führungspersonen beantragt hat. Dass der Ankläger zeitgleich gegen Mitglieder der Hamas und der israelischen Regierung vorgeht, bedeutet nicht, dass er eine Terrorgruppe mit einer demokratisch legitimierten Regierung gleichsetzt. Er bringt vielmehr zum Ausdruck, dass das Völkerstrafrecht für alle Konfliktparteien gilt und bemüht sich um einen ausgewogenen und (soweit in diesem Konflikt überhaupt möglich) neutralen, zumindest entpolitisierten Ansatz. Damit wird der Grundstein für eine gleichmäßige Anwendung des Völkerstrafrechts gelegt.
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16 May 2024
Kai Ambos, Cengiz Barskanmaz, Günter Frankenberg, Matthias Goldmann, Anna Katharina Mangold, Nora Markard, Ralf Michaels, Jerzy Montag, Tim Wihl
Der Berliner Senat lässt sich nicht beirren vom Scheitern der Antisemitismusklausel des Berliner Kultursenators Chialo für die Förderung von Kunst. Nun erwägt er, sein Zuwendungsrecht insgesamt so zu ändern, dass die Vergabe von Zuwendungen an bestimmte Auflagen und Auswahlkriterien geknüpft wird. Das Ziel, mit staatlichen Geldern nicht Antisemitismus zu fördern, ist wichtig und begrüßenswert. Eine Regelung im Rahmen des Zuwendungsrechts stößt freilich auf verfassungsrechtliche Bedenken, die die uns bekannten bisherigen Stellungnahmen nur unzureichend berücksichtigen.
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02 May 2024
Kai Ambos
Das Vorgehen deutscher Behörden gegen kritische Stimmen in Bezug auf die israelische Kampfführung im Gaza-Krieg sorgt für zunehmende Kritik. Insbesondere international häufen sich Presseberichte und besorgte Äußerungen über Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Besondere Aufmerksamkeit kam dabei zuletzt den Maßnahmen zur Unterbindung des Palästina-Kongresses in Berlin zu. In der Sache erscheint das Vorgehen der Sicherheitsbehörden gegen den Palästina-Kongress und bestimmte Einzelpersonen als überzogen und unverhältnismäßig. Für ein rechtswidriges, vor allem grundrechtswidriges Vorgehen der Sicherheitsbehörden sprechen auch die behördlichen Maßnahmen gegen (aktive und passive) Teilnehmer der Veranstaltung, die auch im Nachgang – trotz Nachfrage – nicht plausibel erklärt worden sind.
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11 April 2024
Cengiz Barskanmaz
Der Rassismus- und Antisemitismusvorwurf dient als wesentliches Argument für ein Verbot der AfD. Aus rassismuskritischer Perspektive geht die Verbotsdebatte allerdings fehl. Sie erschöpft sich in einem symbolischen Antirassismus, der eine ebenso symbolische Antirassismuspolitik fördert, die an der Realität vulnerabler Gruppen vorbeigeht. Zudem externalisiert die Debatte um das AfD-Verbot den Rassismus der sogenannten Mitte und wirbt für einen rechtsstaatlich und demokratietheoretisch bedenklichen repressiven Antirassismus.
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14 March 2024
Moritz Rhades
Rüstungsexporte nach Israel dürfen nicht genehmigt werden. Das ist der Tenor eines Urteils des niederländischen Berufungsgerichts in Den Haag vom 12. Februar diesen Jahres, das der niederländischen Regierung aufträgt, den Export von Bauteilen für F-35 Kampfjets nach Israel zu untersagen. Auch deutsche Kriegswaffenexporte nach Israel verstoßen gegen völkervertragsrechtliche Normen. Sie sind außenpolitisch bedenklich und sollten im Einklang mit nationalem Außenwirtschaftsrecht nicht aufrechterhalten werden.
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30 January 2024
Ammar Bustami, Verena Kahl
Am 29.12.2023 reichte Südafrika Klage vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) gegen Israel wegen Verstößen gegen die Völkermordkonvention im Gazastreifen ein. Zusätzlich zum Hauptsacheantrag begehrte Südafrika im einstweiligen Rechtsschutz den Erlass von vorsorglichen Maßnahmen („Provisional Measures“), auf die sich auch die zweitägige Anhörung der Parteien bezog. Am zweiten Tag der Anhörungen verkündete Deutschland, zugunsten Israels zu intervenieren, mit der Begründung, der Vorwurf des Völkermords entbehre jeder Grundlage. Neben einer Zusammenfassung der Parteivorträge und der Eilrechtsschutzentscheidung des IGH vom 26.1.2024 beleuchtet der Beitrag die deutsche Rolle im Hauptsacheverfahren. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entscheidung wie auch der Pluralität deutscher historischer Verantwortung droht die geplante Intervention der Glaubwürdigkeit Deutschlands im multilateralen System weiter zu schaden und die Universalität des Völkerrechts auszuhöhlen.
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12 January 2024
Antje Wiener
Following the shocking Hamas atrocities against the state of Israel and its people on 7th October 2023, German state representatives keep voicing unwavering support for Israel: “(A)t this moment there is only one place for Germany. The place beside Israel. That’s what we mean by saying: Israel’s security is German Staatsräson”1), Chancellor Olaf Scholz emphasised in the German Bundestag, confirming “full solidarity with the people of Israel” and emphasising “that Germany stands unwaveringly on Israel’s side.“
As this public claim leads beyond solidarity, which other states have also expressed in light of the Hamas atrocities, many wonder what – if anything – the Chancellor’s reference to the norm actually means beyond uttering moral support?
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20 December 2023
Eric Rücker
Is Germany legally obligated to condemn violations of international humanitarian law? This argument was recently put forward in an article on Verfassungsblog. Elsewhere it was claimed that Germany, along with other States failing to utilize their full repertoire of diplomatic options (including “[calling] for a permanent ceasefire”), is in breach of its own IHL-responsibilities. Admittedly, international law does have a say when organs of States speak. Nevertheless, the intricacies of this matter go beyond first impression. I submit that such a duty is not as easy to derive in the present case as is suggested by opposing views.
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18 December 2023
Kai Ambos, Cengiz Barskanmaz, Maxim Bönnemann, Andreas Fischer-Lescano, Matthias Goldmann, Anna Katharina Mangold, Nora Markard, Ralf Michaels, Jerzy Montag, Maximilian Steinbeis, Tarik Tabbara, Tim Wihl, Lothar Zechlin
Diese Beurteilung wurde am 5. Dezember 2023 an die Fraktionsvorsitzenden, an die Mitglieder der Ausschüsse Inneres und Recht sowie an die Ausschussbüros der anderen beteiligten Ausschüsse des Bundestags versandt. Nachdem in der Presse über dieses Papier berichtet wurde, haben wir uns entschieden, sie zu veröffentlichen.
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15 December 2023
VB Editorial Staff
Über Nutzen und Schaden pseudonymer Blogposts für Öffentlichkeit und Wissenschaft
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15 December 2023
Louise Majetschak, Liza Cemel
Der am 08.12.23 veröffentlichte Text „Das Spannungsverhältnis zwischen Staatsräson und Grundrechten“ von anonymer Autor*in hätte ein konstruktiver Beitrag zu einer wichtigen Debatte um den Begriff des Antisemitismus sein können. Leider erschien der Beitrag unter dem Pseudonym Clara Neumann und begründet das mit einer im „[...] Text geschilderten Diskursverengung im Zusammenhang mit der durch das WissZeitVG bedingten akademischen Berufsunsicherheit [...]“. Der Text bietet, anders als der Titel und die Einleitung Anlass geben zu glauben, keinen nuancierten Beitrag zur Debatte um die Definition von Antisemitismus, insbesondere israelbezogenem Antisemitismus. Vielmehr zieht er Verbindungen zwischen unterschiedlichsten jüngsten Gegebenheiten, von Demonstrationsverboten über Rücktritte und Absagen von Preisverleihungen, größtenteils ohne diese auf die für den Text zentrale IHRA-Definition zurückführen zu können.
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08 December 2023
Clara Neumann
Nach den monströsen Massakern der Hamas an der israelischen Zivilbevölkerung am 7. Oktober, bei denen die Hamas über 1200 Menschen brutal ermordete, rund 3000 verletzte und über 200 als Geiseln verschleppte, hat die Bundesregierung die von Angela Merkel eingeführte und vom Bundestag im BDS-Beschluss von 2019 sekundierte Formel von Israels Sicherheit als Teil deutscher Staatsräson aufgenommen, um Israel ihre volle Solidarität und Unterstützung zu versichern und Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen. Angesichts des bedrohlichen Anstiegs antisemitischer Straftaten in Deutschland und der anhaltend schlechten Sicherheitslage im Nahen Osten sind beide Ziele der Staatsräson grundsätzlich zu begrüßen. Doch die aktuelle Interpretation von Israels Sicherheit und entschlossener Antisemitismusbekämpfung als deutscher Staatsräson führt zu Einschränkungen der Versammlungs-, Meinungs-, Kunst-, und Wissenschaftsfreiheit.
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11 November 2023
Till Hendlmeier, Christoph Schuch, Laura Schwarz
Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf die israelische Zivilbevölkerung haben auch die antisemitischen Vorfälle in Deutschland enorm zugenommen. Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. (RIAS) geht in seinem Monitoring-Bericht für den Zeitraum vom 07.10.23 bis zum 15.10.23 von einem Anstieg von 240 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus – eine akute Bedrohungslage für Jüdinnen:Juden in Deutschland. Im Rahmen des Beitrags wird aufgezeigt, dass unter hohen Voraussetzungen auch (drohende) antisemitische Handlungen und Äußerungen Einschränkungen von Versammlungen durch Auflagen, Auflösungen oder gar Verbote rechtfertigen können. Dabei wird die grundsätzliche Notwendigkeit einer antisemitismuskritischen Gefahrenprognose ins Zentrum gestellt.
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03 November 2023
Maximilian Steinbeis
Robert Habecks Rede und die "hier lebenden Muslime"
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27 October 2023
Maximilian Steinbeis
What is going on beneath our feet?
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27 October 2023
Maximilian Steinbeis
Was passiert da gerade unter unseren Füßen?
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26 October 2023
Clemens Arzt
Seit dem menschenverachtenden Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und den weiteren Angriffen danach gehen die Wogen international wie auch in Deutschland hoch. Jüdinnen und Juden in Deutschland äußern ihre nur zu berechtigte Besorgnis und Angst vor Übergriffen auch hier. Dass sie diese Sorge haben müssen, ist bedenklich und real, nicht erst seit dem 7. Oktober 2023. Vor diesem Hintergrund hat der Kanzler abermals die deutsche Staatsräson (und Israels Sicherheit als Teil hiervon) aufgerufen und zum Leitbild staatlichen Handelns gemacht. Auf einer politischen oder auch moralphilosophischen Ebene ist das nachvollziehbar. Wenn die Staatsräson indes zum Maßstab der Versammlungsfreiheit in Deutschland wird, knirscht es laut.
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17 October 2023
Kai Ambos
Die Taten der Hamas sind in einer ausführlichen Erklärung israelischer Völkerrechtler/-innen, die auch der Verfasser unterschrieben hat, als das benannt worden was sie sind: völkerrechtliche Kernverbrechen, möglicherweise sogar ein gegen die jüdische Bevölkerung Israels gerichteter Genozid. Unter Völker(straf)rechtlern dürfte das weitgehend konsentiert sein, vor allem hierzulande müssen wir uns allerdings selbstkritisch die Folgefrage stellen, wie weit unsere Unterstützung für den militärischen Gegenschlag Israels gehen kann.
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22 February 2023
Lukas Daum, Jeremias Düring, Constantin Luft
In seinem jüngst veröffentlichten Gutachten zum documenta fifteen-Skandal schreibt Christoph Möllers, dass er Kunstformen, „die sich antisemitischer oder rassistischer Stereotype bedienen“, nebeneinander behandeln könne, „weil die Unterschiede zwischen Rassismus und Antisemitismus jedenfalls nicht auf den Umstand ihrer verfassungsrechtlichen Missbilligung hinüberwirken, die für beide gilt und für beide an gleicher Stelle verankert ist“. Das mag der Mehrheitsmeinung unter Verfassungsrechtler:innen entsprechen. Aus der Perspektive der Antisemitismusforschung verdeckt eine solche same standards-These jedoch gerade das, was den modernen Antisemitismus ausmacht. Deshalb sollten wir erwägen, bei seiner rechtlichen Bekämpfung dogmatisch neue Wege zu gehen.
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10 February 2023
Maximilian Steinbeis
Artistic freedom, anti-Semitism, and intellectual dispute
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10 February 2023
Maximilian Steinbeis
Kunstfreiheit, Antisemitismus und die geistige Auseinandersetzung
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14 May 2022
Ralf Michaels
Wie jedes Jahr werden weltweit Demonstrationen stattfinden, die an die Nakba erinnern, und dieses Jahr wird auch der Tod Abu Akles Thema sein. Nicht allerdings in Berlin, zumindest nicht legal. Denn die Polizei hat gleich fünf angemeldete Demonstrationen untersagt; Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht haben die Verbote aufrechterhalten. Ein Verdacht drängt sich auf: Sollte der Verbotsgrund darin liegen, dass „diese Klientel“ dem Staat besonders unangenehm ist?
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