21 Februar 2011

Guttenberg und das anti-elitäre Ticket

Des Feldherrn zu Guttenbergs geklaute Diss regt die meisten Leute überhaupt nicht auf. Was die Leute aufregt, ist, wie jetzt auf dem armen Mann herumgehackt wird.

Das ist mir übers Wochenende, nach einigen Gesprächen im Bekanntenkreis und Lektüre der Bildzeitung und drei Dutzend Kommentaren dieser Stoßrichtung hier im Blog, doch ziemlich klar geworden.

Es ist schon was dran: Der Plagiats-Vorwurf gegen Guttenberg ist zutiefst elitär, ein Debattierthema von Akademikern für Akademiker. Für eine Frisöse, für einen Altenpfleger, für einen Investmentbanker ist nicht mehr als eine Petitesse von ungefähr der gleichen Tragweite, als hätte Guttenberg beim Abitur gespickt.

Das muss man sich klar machen.

Heißt das, dass ich mich jetzt schäme und sage, ich seh’s ein, alles halb so schlimm?

Im Gegenteil. Jetzt wird mir erst richtig gruselig.

Veränderte Machtbasis

Zu dem Vorgang selbst ist schon alles gesagt: Guttenberg hat sich einen Summa-Doktor umhängen lassen (von Häberle, no less, da komm ich echt schwer drüber weg) dafür, dass er 400 Seiten Textbausteine zusammengeleimt hat. Er hat allem Anschein nach gelogen und betrogen und seine Privilegien als Abgeordneter missbraucht und das ehrwürdige Verfahren, in dem die Wissenschaft ihren Forschernachwuchs heranzieht, der Lächerlichkeit preisgegeben.

Dass das Ganze den Anschein erweckte, den Erkenntnisstand zum Thema „Verfassung und Verfassungsvertrag“ voranzutreiben – das erbittert den Verfassungsblogger noch einmal extra.

Aber jetzt zu den Folgen: Ich glaube nicht, dass Guttenberg jetzt schwächer ist als vorher, eher das Gegenteil. Ich glaube aber, dass seine Machtbasis sich verändert hat, und zwar auf eine Weise, die nichts Gutes verheißt.

Die Empörung all der vielen Leute, die in den Attacken auf den Plagiator Guttenberg nur den elitären Versuch sehen, „unseren besten Mann kaputt zu machen“, ist für Guttenberg ein ungeheuer wertvolles politisches Kapital.

Das Modell Sarah Palin

Sarah Palin in den USA macht es vor, welche unglaublichen Erfolge man mit diesem anti-elitären Ticket einfahren kann: Jeder Professor, der ihr Irrtümer und Fehlschlüsse nachweist, jeder Journalist, der sie als ahnungslos und bescheuert und totalen Blindgänger entlarvt, macht sie nur stärker. Je massiver und anspruchsvoller die Kritik, desto klarer liegt für ihre Anhänger auf der Hand: Die da oben wollen sie nur fertig machen. Also halten wir da unten um so mehr zu ihr.

Dieses anti-elitäre Ticket ist jetzt für Guttenberg reserviert.

Vielleicht will er es gar nicht? Vielleicht missfällt ihm der Palin-Stil? Egal. Guttenberg ist ein Geschöpf der CSU. Die steht mit dem Rücken zur Wand, ihr Vorsitzender Seehofer ist schwach und unbeliebt, die Partei voller Selbstzweifel. Guttenberg war und ist der Einzige, der ihr Hoffnung gibt.

Wenn die akademische Elite ihm künftig tendenziell mit zugehaltener Nase begegnet, dann hat das nur zur Folge, dass die akademische Elite für die CSU an Bedeutung verliert. Dann muss sie das an anderer Stelle kompensieren.

Und was liegt für eine Partei, die dem Rechtspopulismus auch so schon nicht allzu fern steht, näher, sich dafür des anti-elitären Tickets zu bedienen?

Elite: aber sicher

Ist Guttenberg denn nicht selber Elite? Klar, und wie: Dirigentensohn, Staatsministerenkel, Schlossbewohner, Bismarcknachkommin-Heirater, Rhönklinikum-Erbe, Ignaz-Günther-Gymnasiums-Abiturient – recht viel elitärer geht’s gar nicht mehr.

Aber für eine erfolgreiche Anti-Eliten-Politik war eine elitäre Herkunft noch nie ein Hindernis. Dafür gibt’s von Julius Cäsar bis George W. Bush genügend Beispiele.

Aber sich gegen die elitäre Minderheit zu positionieren – ist das nicht irgendwie auch demokratisch?

Nein, im Gegenteil.

Ich bin ein glühender Demokrat. Aber ich glaube kein bisschen daran, dass „das Volk“ immer auch das Recht auf seiner Seite hat. Demokratie heißt nicht, dass 50 Millionen besser wissen, was gut und richtig ist, als 50.000. Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vielen über die Wenigen.

Demokratie ist ein Mittel zum Zweck, die Freiheit zu gewährleisten. Sie gewährleistet, dass die Inhaber von Macht nur begrenzt ihre Macht dazu einsetzen können, an der Macht zu bleiben. Das ist es, wofür mein Demokratenherz pocht (ebenso wie das der Demonstranten vom Tahrir-Platz übrigens).

Gerade deshalb gibt es wenig Undemokratischeres als ein Mächtiger, der sich unmittelbar auf den Willen des Volkes stützt statt auf das Recht.

Natürlich weiß ich nicht gewiss, ob Guttenberg sich tatsächlich in diese Richtung aufmachen wird. Aber wenn er es tut, dann liegt er jedenfalls im Trend:

Mir fallen von Sarkozy über Berlusconi bis Orbán ohne Ende konservative Politiker mit starker viriler Ausstrahlung ein, deren Erfolgsrezept darin besteht, dass sie es verstehen, mit einer Mehrheit der „einfachen Leute“ ein kumpelhaftes Einverständnis darüber herzustellen, dass diesen kleinkrämerischen und verschlagenen Elite-Juristenköpfen da oben nicht zu trauen ist.

In Deutschland fehlte dieser Typus bisher. Vielleicht schon bald nicht mehr.


SUGGESTED CITATION  Steinbeis, Maximilian: Guttenberg und das anti-elitäre Ticket, VerfBlog, 2011/2/21, https://verfassungsblog.de/wenn-guttenberg-zurcktritt/, DOI: 10.17176/20181008-122914-0.

134 Comments

  1. Muriel Mo 21 Feb 2011 at 17:01 - Reply

    Kann ich aus eigener Erfahrung tendenziell untermauern. Gerade letzte Woche ein Gespräch zwischen zwei durchaus nicht dumme Leuten mitgehört, die sich einig waren, zu Guttenberg solle jetzt niedergemacht werden, weil er einer sei, der wirklich was verändere, und so.
    Tja.

  2. pirat Mo 21 Feb 2011 at 17:11 - Reply

    „Wenn das der Führer wüsste“. Dieser Trick hat in Deutschland leider noch immer funktioniert.

  3. Oliver Mo 21 Feb 2011 at 17:30 - Reply

    Eine sehr gelungene Analyse.
    Ich glaube allerdings, dass Guttenberg für die Menschen nicht die Anti-Elite repräsentiert, sondern ein Modell von Elite, nach dem man sich nach den Enttäuschungen durch die herrschende politische und wirtschaftliche Elite sehnt. Diesen Schein zu wahren, das versteht er sehr genau. Mit der gleichen Vehemenz probieren aber auch die Menschen die Risse zu kitten, die sich in der Fassade des Herrn Guttenberg bilden. Spannend wird nun zu sehen sein, ob die Fassade einstürzt oder nicht.

  4. klaus baum Mo 21 Feb 2011 at 17:42 - Reply

    hallo max,

    stefan sasse verweist auf deine seite und deine überlegungen. was du im hinblick auf berlusconi sagst, kann ich durch ein gespräch mit dem italienischen inhaber einer eisdiele bestätigen.

    was guttenberg betrifft, so sehe ich das ein wenig anders: es geht um betrug, um polierte fassade à la potemkin – und an dieser guttenberg-geschichte wird deutlich, dass diese politikerschicht in nahezu allen belangen lügen, dass sich die balken biegen.

  5. Sassan Gholiagha Mo 21 Feb 2011 at 17:51 - Reply

    Wirklich sehr gute Analyse, interessanter Beitrag und spannend geschrieben!
    In dem Kontext vielleicht auch von Interesse (in eigener Sache quasi):
    http://www.theorieblog.de/index.php/2011/02/plagiarimus-und-der-fall-guttenberg-%E2%80%93-weit-mehr-als-ein-kavaliersdelikt/

  6. Totekadan Mo 21 Feb 2011 at 17:51 - Reply

    mit das beste, was ich über die ganze sache bisher gelesen habe. ich weise auch gerne darauf hin, wie stark die guttenberg-unterstützer.page auf facebook inzwischen ist: http://www.facebook.com/ProGuttenberg

  7. Ariane Mo 21 Feb 2011 at 17:58 - Reply

    Sehr interessante Analyse.

    Trotzdem bin ich nicht überzeugt, dass es wirklich so kommt, bzw Guttenberg das überhaupt könnte.
    Denn er kommt ja nicht nur aus der Elite, sondern hat bisher das ganze elitäre Tralala von Anstand, Gewissen, Verantwortung etc.pp. wie eine Monstranz vor sich hergetragen und es wurde ihm von den Medien auch ebendieser Stempel aufgedrückt.
    Ich weiß nicht, ob so eine 180grad-Wende von ihm selbst und den unterstützenden Medien möglich ist, allein seine Rhetorik müsste sich ja komplett ändern und als so der kumpelhafte Typ für Kleinbürger kann ich ihn mir schwer vorstellen. Wenn er das jetzt wirklich meint, aussitzen zu wollen/können/müssen, bin ich sehr auf seine nächsten Reden gespannt.

  8. f.luebberding Mo 21 Feb 2011 at 18:03 - Reply

    Man sollte sich nicht in die Ecke des „Elitären“, in diesem Fall Denkfähigen, stellen lassen. Das ist die Masche dieser PR Maschine auf Facebook. Guttenberg hat kein einziges Argument auf seiner Seite – und wird nur noch aus politischem Kalkül im Amt gehalten.

  9. Jan Mo 21 Feb 2011 at 18:06 - Reply

    Der Palin-Vergleich ist eine interessante Perspektive, trägt aber nur begrenzt. Denn dazu müsste Guttenberg ja auch von Nationalismus über Anti-Islamismus, Anti-EU bis hin zur Klimafrage entsprechende Stammtisch-Haltungen repräsentieren. Tut er aber gar nicht. Im Gegenteil, seine Bundeswehrreform scheint mir ziemlich modern und rational. Er hat also bislang diese populistische Schiene noch gar nicht gefahren. Aber es stimmt, dass er das jetzt könnte (genauso wie die FDP diese Möglichkeit hätte aber der Versuchung bislang widerstanden ist)

    Da wird der Unterschied zwischen echter bildungsferner Herkunft wie bei Palin und elitärer Herkunft wie bei Guttenberg dann doch wichtig: Palin merkt gar nicht, was für einen dummen Antiintellektualismus sie da bedient, weil sie eine Agitation gegen Eliten für das selbstverständlichste der Welt hält, während Guttenberg das bewusst und daher nicht ganz authentisch inszenieren müsste.

    Grüße

    p.s. schönes Blog, neulich erst entdeckt!

  10. Max Steinbeis Mo 21 Feb 2011 at 18:16 - Reply

    @Jan:

    stimmt, aber das ist es ja gerade, worauf ich gespannt bin: ob er jetzt sein Heil darin sucht, in die Richtung zu gehen. Ich möchte nicht wissen, was die im CSU-Präsidium da gerade für Hinterzimmerdiskussionen zu dem Thema führen in diesen Stunden…

    Palin würde ich auch nicht unterschätzen. Auf Bildung kommt’s doch da gar nicht so an, und dass die sehr gut weiß, was sie tut, halte ich für sehr wahrscheinlich. Hat ja auch Berater.

  11. Jan Mo 21 Feb 2011 at 18:32 - Reply

    Palin weiß begrenzt, was sie tut, glaube ich. Sie bedient halt wirklich knallhart nur das ganz rechte Spektrum (das in den USA allerdings ein drittel der Wähler ausmacht). Aber was die Wahl in 2012 angeht, werden ihr insgesamt keine großen Chancen mehr ausgerechnet. Wären heute Wahlen, würde ein nicht wirklich populärer Obama Palin vernichtend schlagen (http://polltracker.talkingpointsmemo.com/contests/us-pres-12/Obama-Palin).

    Ich bin kein Guttenberg-Fan, im Gegenteil, ich bin recht froh ihn jetzt down gehen zu sehen, aber so eine Richtung würde ich ihm eigentlich gar nicht zutrauen. Muss man abwarten. So oder so wird er aber extrem angreifbar sein und ist sein larger-than-life Image los.

  12. Klaus Mo 21 Feb 2011 at 18:43 - Reply

    Du machst mir Angst, Hoschi!

  13. Max Steinbeis Mo 21 Feb 2011 at 18:46 - Reply

    Hoschi?

  14. Mike Mo 21 Feb 2011 at 19:47 - Reply

    Mir gefällt die Idee von Inglorious Bastards gut. Anstatt einen Dr hc (ehrenhalber) sollte für so eine Leistung ein Doktor dc (deceptor causa) verliehen werden, der fortan geführt werden muss.

  15. pixelpupser Mo 21 Feb 2011 at 20:04 - Reply

    Ich war ob der Analyse zuerst geschockt: Guttenberg als testosteronisierte Palin? Wenn das funktioniert, dann gute Nacht, Deutschland! Und ja, das „gemeine“ Volk würde es mit einer guten Portion Boulevard Bild sogar schlucken.

    Viel interessanter finde ich allerdings den Umstand, dass die Konservativen plötzlich merken, nicht überall wo konservativ drauf steht ist auch konservativ drin. Und wenn die konservative Presse anfängt, die politischen Produkte kritisch zu hinterfragen und damit meine ich nicht nur die „Lichtgestalt“ Guttenberg, dann war Copygate ein wichtiger Weckruf für den Qualitätsjournalismus.

    Für mich kann der adlige Herr gerne Minister bleiben. Wenn die mediale Garhitze auf einem ansprechenden Niveau gehalten wird und noch weitere Details von ihm oder der Regierung aufgetischt werden, dann werde ich mit Genuss das weitere Geschehen verfolgen 🙂

  16. Fleur Mo 21 Feb 2011 at 20:15 - Reply

    „…das ehrwürdige Verfahren, in dem die Wissenschaft ihren Forschernachwuchs heranzieht…“

    Das ist doch der springende Punkt. Wozu braucht ein Berufspolitiker, der ohnehin niemals wissenschaftlich tätig sein wird, diesen Titel? Zumal die Arbeiten solcher Leute i.d.R. Phantasie und wissenschaftliches Gespür vermissen lassen. Als Fundament einer Forschungskarriere lässt sich so etwas nicht nutzen. Ich denke da vor allem auch an Frau Schröder.

  17. Jurastudent Mo 21 Feb 2011 at 20:18 - Reply

    Guttenberg hat sich als der glaubhafte Politiker schlechthin inszenieren lassen, der anders sein wollte als alle anderen Politiker (vor allem ehrlich und direkt). Die Andersartigkeit ergab sich vor allem aus seinem Reichtum und der Abstammung. Die Menschen haben (zu recht) die Meinung, dass er es ja nicht nötig hätte in der Politik zu sein (hat ja genug Geld).

    Meiner Meinung nach, baut Guttenbergs Nimbus auf dieser Glaubhaftigkeit auf. Zusammen mit der tatkräftigen Unterstützung der Medien (von Spiegel bis Bild waren alle dabei), die ihn in allerhöchste Höhen geschrieben haben. Seine Popularität ruht auf dem Verlangen der Menschen nach dem einen, redlichen, volksnahen und direkten Politiker, der immer die Wahrheit sagt.

    Dieser Nimbus ist (meiner Meinung nach) jetzt zerstört. Es stellt sich raus, dass auch Guttenberg einer der vielen verlogenen und karrieregeilen Politiker ist.

    Er kann nicht den Palin-Weg einschlagen. Der Palin-Weg ist das komplette Gegenteil der Kunstfigur Guttenberg. Alles an dem Mann ist elitär. Name, Vermögen, Ehefrau, Wohnsitz, Benehmen .. einfach alles. Das unterscheidet ihn auch vom Gefreiten aus ärmlichsten Verhältnissen, der ähnliche Heilserwartungen weckte.

    Guttenberg hat die Öffentlichkeit belogen, als er seine Erklärung abgab. Entweder ist die Diss vom Ghostwriter verfasst (sehr wahrscheinlich), oder er hat selbst 70 Prozent seiner Diss plagiert.
    Ihm bleibt nur der Rücktritt. Wenn er anständig von der Bühne abtreten will, macht er es schnell und schmerzlos.

    p.s.: zu Anfang fand ich übrigens Guttenberg auch ziemlich gut. Bis er das Ding mit Kerner und Frau in Afghanistan abgezogen hat. Da war mir klar, der Typ hat sich nicht alle beisammen.

  18. Mazbln Mo 21 Feb 2011 at 21:16 - Reply

    Vielen Dank für den Beitrag. Der beleuchtet die Situation noch einmal von einer etwas anderen Ebene, als ich das gestern versucht habe (http://mazbln.wordpress.com/2011/02/20/konigssehnsucht/).

  19. […] Verfassungsblog wird die interessante These aufgestellt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg jetzt das […]

  20. Oliver García Mo 21 Feb 2011 at 22:10 - Reply

    Sehr guter Beitrag. Ich denke auch, daß auf dieser Metaebene die eigentliche Musik spielt. Guttenberg als massenwirksames Phänomen ist ja, wenn ich es richtig mitbekommen habe, schon seit langem kommentiert worden. Jetzt, in der Krise, läßt sich vielleicht am besten studieren, wie die Faszination funktioniert, die von ihm ausgeht.

    Eines, was mir auffällt, ist das Wort „Neid“, das in den Verteidigungsreden immer wieder vorkommt. Auch ich bin kürzlich gefragt worden, ob ich nicht vielleicht nur neidisch wäre. Ich war perplex und wußte nicht, was mit dem Frage gemeint war. Doch ich bemerke nun immer mehr, daß der Neidvorwurf gegen Guttenberg-Kritiker generell ganz schnell zur Hand ist. Ich bin mir sicher, daß die Neidfrage zum Beispiel in einem Angela-Merkel-Skandal oder – um einen Ministerkollegen aus Guttenbergs Altersklasse zu nehmen – einem Philipp-Rösler-Skandal nicht in diesem Maße gestellt würde. Wenn dies also entschlüsselt werden könnte, wäre man dem Phänomen Guttenberg vielleicht einen Schritt näher.

    Wenn man aus dem Begriff „Neid“ alles Negative herausnimmt, bleibt übrig der Begriff „Bewunderung“. Die, die spontan auf die „Neid“-Idee kommen, sind voll reiner, echter Bewunderung für Guttenberg. Diese ist so groß, daß sie sich nur vorstellen können, daß die Guttenberg-Kritiker dasselbe empfinden, nur eben ins Negative, Destruktive gewendet, eben „Neid“.

    Woher diese Bewunderung rührt, ist die eigentliche Frage. Ich kann sie nicht beantworten, aber ich glaube, es muß mehr sein als die bloße Kombination seiner äußeren, boulevard-kompatiblen Attribute (Adel, Schloß als Wohnadresse, mehrere 100 Mio. Euro Familienvermögen, Jugend, Vorzeigegattin, das ihm nachgesagt gute Aussehen). Seine politischen Leistungen können es aber auch nicht sein, denn – und daß wissen auch seine Bewunderer im Grunde – geleistet hat er bislang nichts. Wenn die Bewunderung sich nicht an seinen (positiven) Eigenschaften selbst festmacht, dann ist es nicht verwunderlich, wenn seine Popularität immun ist gegen seine negativen Eigenschaften, wie sie jetzt nahezu unabweislich im Raum stehen. Und dann ist es folgerichtig, wenn die Bewunderer sich gar nicht erst damit aufhalten, die Fakten zu widerlegen.

    Ich habe letzte Woche unter der Überschrift „Der ganze Mann eine Fälschung?“ (http://blog.delegibus.com/474) die Frage gestellt, ob Guttenberg durch den aktuellen Skandal entzaubert wird, und zwar nicht weil er ein Lügner und Plagiator ist, sondern weil seine Doktorarbeit möglicherweise ein eigenhändiger Beweis ist, daß er nur substanzlose Fassade ist. Wir sind im Augenblick, so scheint es, im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ an dieser Stelle:

    „So ging der Kaiser unter dem prächtigen Thronhimmel, und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: „Wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich! Welche Schleppe er am Kleide hat! Wie schön sie sitzt!“ Keiner wollte es sich merken lassen, daß er nichts sah; denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen.“ (Andersen)

    Darüber, ob es zur Auflösung wie im Märchen kommt („“Aber er hat ja gar nichts an!“ sagte endlich ein kleines Kind.“), können Kleinigkeiten entscheiden.

    In der Bildzeitung wurden ja kürzlich Wissenschaftler zitiert, die meinten, Guttenberg könnte aus der Krise sogar gestärkt hervorgehen. Ich hielt das zunächst für einen plumpen Versuch, die öffentliche Meinung zugunsten von Guttenberg zu manipulieren, aber ich denke nun, es ist etwas dran. Man nehme nur diesen Text aus dem SPIEGEL:

    „Sein größter Fehler war vielleicht, dass er irgendwann selbst begann, an sein öffentliches Bild zu glauben. [Seit] er der Bundesregierung angehört, kokettierte er zunehmend mit der Rolle des Unbequemen, des Anti-Politikers. Er hat sich berauscht an dem Jubel, mit dem er überall empfangen wurde. Irgendwann musste er selbst glauben, die Dinge bekämen eine eigene Wahrheit, weil sie aus seinem Munde kommen.

    Vieles ist ihm tatsächlich geglückt. Er hat als erster Unionsminister gesagt, dass er verstehe, dass viele die Vorgänge in Afghanistan als Krieg bezeichneten. Er hat nicht gesagt, dass er es auch so sieht, aber die Soldaten waren ihm trotzdem dankbar. Als er sie vor zwei Wochen in Kunduz besuchte, wurde er gefeiert wie bei einer CSU-Wahlveranstaltung. Bei einem Besuch in Washington beeindruckte er seine Gesprächspartner mit geschliffenen Manieren und fließendem Englisch.

    Über all dem vergaß man zu Hause, dass Guttenberg noch nichts Wesentliches erreicht hat, weder als Wirtschaftsminister noch als Verteidigungsminister.“

    Warum ich das zitiere? Weil es entgegen dem Anschein kein aktueller Kommentar ist, sondern vom 30.11.2009 datiert (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67963948.html), also lange bevor die Höhepunkte des Guttenberg-Spektakels erreicht waren (etwa Kerner-Show in Afghanistan), die nun wiederum einen FAZ-Mitherausgeber die Frage stellen lassen „Warum also hat der Freiherr den Ballon, an dem er hing, hin und wieder mit ein paar Feuerstößen sogar noch weiter nach oben gejagt, statt sich Bleigewichte an die Füße zu binden?“ (http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~EA5A9EE2CA8FC43CD847771947BE0E658~ATpl~Ecommon~Scontent.html).

  21. Lucky Luke Mo 21 Feb 2011 at 22:18 - Reply

    Ronald Reagan war auch so einer. Damals, als er als kalifornischer Gouverneur Studiengebühren wieder einführte mit dem Slogan „Bildung ist kein Recht sondern ein Privileg“.

    Dem „einfachen Mann“ gefiel das, denn so konnte er den endlich den ganzen Akademikern, Emporkömmlingen und Hippiestudenten eins auswischen, wobei diese Eliten sowieso alles Landesverräter in seinen Augen waren.

    Der einfache Mann möchte nicht von begabten und leistungsfähigen Emporkömmlingen aus der eigenen Schicht in den Schatten gestellt werden. Ein blaublütiger Multimillionär als Feudalherrscher kommt ihm gerade Recht, den so ist der eigene soziale Status für immer in Stein gemeißelt.

  22. Ein Politologe Mo 21 Feb 2011 at 22:33 - Reply

    Den Artikel fand ich sehr interessant!

    Ich habe mich von Beginn an sehr für die Guttenplag Debatte interessiert.

    Kurioserweise habe ich selbst im gleichen Zeitraum wie „Gutti“ meine Politik-Diss über die EU igeschrieben. An viele „Quellen“ von Gutti erinnere ich mich noch recht gut, vor allem den Nettesheim Aufsatz und die Schmitt Habil 🙂

    Was die Meinung der Leute angeht, Ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig im Internet umgesehen, und kann bestätigen, dass es viele aggressive Unterstützer für Guttenberg gibt, darunter auch Professoren, die mit ziemlich populistisch-fragwürdigen Argumenten auftreten.

    Als besonders problematisch schätze ich es ein, wenn Politologen im Fernsehen und in Interviews auftreten und meinen, die Affäre könnte Guttenberg auch stark machen- dies gehöre in der Politik eben dazu, durch ein solches Stahlbad zu gehen.

    Haben diese Politologen denn keine Meinung über Guttenbergs Lügen? Schließlich haben die doch mal selbst promoviert, und fordern unentwegt das Einhalten von Standards von ihren Studenten.

    Aber nein, hier wird nur aus der taktischen Sicht von oben gesehen. Das kann in meinen Augen nicht sein. Ein Politologe kann sich hier nicht auf eine Warte zurückziehen, er muss einfach klar Stellung beziehen. Sonst ist das genauso, als wenn ein Schlachter von nebenan darüber redet, dass Geschäfte mit Gammelfleich doch recht rentabel sein könnten.

    Tatsächlich sind solche Meinungen von Politologen auch schon von der Bild-Zeitung ins Feld geführt worden, um Guttenberg den Rücken zu stärken. Und der Kolumnist Wagner sch… eh auf den Titel, der hat ja auch kein Abitur, wie er verächtlich sagte.

    Aber warum das Ganze? Für was steht denn dieser Guttenberg? Oliver stimme ich hier zu, wenn er meint „dass Guttenberg für die Menschen nicht die Anti-Elite repräsentiert, sondern ein Modell von Elite, nach dem man sich nach den Enttäuschungen durch die herrschende politische und wirtschaftliche Elite sehnt.“

    Das ist für mich Punkt. Einerseits erkennt man zwar die grundsätzlichen Schwächen und Fehler, und auf gut Deutsch gesagt das Lügen und Betrügen der politischen Elite. Aber nein, das gilt natürlich nicht für alle, da muss es natürlich noch welche geben, auf die man hoffen kann. Denn sonst müsste man sich ja etwas unternehmen.

    Und das sind halt die „Lichtgestalten“, sprich Guttenberg. Elegant, gut aussehend, nett (ver)gekleidet, forsch, Format, aufrichtig und mit Rückgrat Der perfekte Politmagier aus der Adelsgazette, eine Art Projektionsfigur für die Sehnsüchte aller, die darin ihren perfekten Schwiegersohn und Burschen von nebenan erkennen wollen.

    Es ist immer das gleiche… Projektionen werden von den Leuten hin- und her verschoben, und kaum selbst etwas geguckt, hinterfragt, demonstriert, boykottiert. Dabei haben die Leute schon sehr viel Macht, wenn sie sie nur wahrnehmen, in Anspruch nehmen würden.

    Dann bräuchten sie auch keine Guttenbergs, und diese Lüggestalten kämen zumindest nicht nach oben, weil dafür keine Resonanz da wäre.

  23. Tom Mo 21 Feb 2011 at 22:43 - Reply

    Na ja – schaut man sich den Bildungsstand unserer übrigen Politiker an, dann ist Guttenberg immer noch fast schon eine Leuchte. Ich kann mich an einen Vortrag der Justizministerin (CDU) in Thüringen vor Absolventen der juristischen Fakultät erinnern.

    Angeblich hat sie selbst einen solchen Titel – wusste aber nicht mal, wie man einen Absolventen nach dem Staatsexamen nennt. Eine Rede hatte sie gar keine vorbereitet. Stattdessen hat sie davon gesprochen, wie großartig die CDU-Regierung wäre, ihre Wahlkampfrede runtergebetet und als sie nicht mehr weiter wusste, hat sie eben erzählt, wie schwer sie es doch in ihrer Kindheit hatte. Und wie Helmut Kohl sie vor der DDR gerettet hat. Die „armes unterdrücktes DDR-Kind“-Karte … zieht dummerweise nicht vor 50 angehenden Juristen, die längst wissen was Sache ist.

    Der Jahrgangsbeste durfte danach eine kurze Rede halten … und hat die Ministerin demontiert, alle ihre Behauptungen als Lügen entlarvt und ihr erklärt, wohin sie sich ihr Angebot, in Thüringen in die Juristerei zu gehen, doch bitte stecken kann. Sowie, dass ihre eigenen Professoren den Absolventen offiziell erklärt haben, wenn sie klug wären würden sie machen, dass sie weg kommen. Weil es keine Stellen gibt und diejenigen welche es gäbe wären schlecht bezahlt.

    Das Problem ist, dass wir gar keine Demokratie haben. Sondern einen Haufen elitär tuender Idioten, die neben und unter sich nur Leute dulden, die noch dümmer sind als sie selbst.

  24. Hunsrückbäuerlein Mo 21 Feb 2011 at 22:47 - Reply

    in der Tat es ist frustrierend. Der Betrug den Herr G begangen hat und die Diskussion darüber läuft auf akademischen Niveau. Der größte Teil der Ges. interessiert sich dafür herzlich wenig, im Gegenteil sie fühlt sich zu Beistandskungebungen für ihr Idol provoziert. Selbst innerhalb der Familie sind die Sichtweise sehr differenziert, nahezu unverständlich. Wehret den Anfängen ist nur relvant im unmitelbaren Dunstkreis, dessen was vorstell- und erlebbar war und ist. Guttenbergs Betrug ist rein akademischer Natur und wird von den meisten mit Fatalismus oder Gleichgültigkeit gutiert. Und doch glaube ich, dass die Strategie erfolgreich ist. Möglicherweise haben wir uns nur zu Beginn den falschen, weil allzu beliebten Täter ausgesucht. Wir sollten alle Parlamentarier überprüfen, mal sehen, was dabei rauskommt. Den ein oder anderen erwischts bestimmt und das wär es wert.

  25. SpielthierkeineRolle Mo 21 Feb 2011 at 22:52 - Reply

    „…dass sie es verstehen, mit einer Mehrheit der “einfachen Leute” ein kumpelhaftes Einverständnis darüber herzustellen, dass diesen kleinkrämerischen und verschlagenen Elite-Juristenköpfen da oben nicht zu trauen ist.“

    Ach, bei diesen Worten fiel mir direkt jemand ein. Der spottete immer über einen „Professor aus Heidelberg“. Aber hier wird lieber über Sarkozy oder Berlusconi diskutiert. Dabei liegt die Wahrheit doch so nahe 😉

  26. Günter Wimmer Mo 21 Feb 2011 at 22:58 - Reply

    DANKE! Ein herzerfrischender Beitrag, sogar zum Schmunzeln, freilich vergeht einem bei Sarkozy, Berlusconi bis „Gutti“ das Lachen

  27. sichter Mo 21 Feb 2011 at 23:43 - Reply

    pro Freiheit.pro Elite. pro Nahrir?
    Co-optation der Massen …

    Lied über die Freiheit des Freiherrn:

    Die Eliten sind frei, Keiner kann sie bestrafen. Sie lügen sich vorbei, an rechtlichen Schritten . Kein Mensch kann sie richten, kein Wähler vernichten. Die Eliten sind frei.

    und für die plebs den buntgrauen alltag der gleichheit – juchhei

  28. Jupp Di 22 Feb 2011 at 00:09 - Reply

    Naja, in nicht-akademischem Kontext wäre eine vergleichbare Situation, wenn sich jemand sein Gesellen- oder Meisterstück ganz oder in Teilen von anderen herstellen ließe und damit dann Innungsbester würde.

    Die Analogie versteht zumindest jeder, der eine Berufsausbildung gemacht hat.

  29. […] sind in vielen Gebieten mittlerweile mächtiger, als die Republikaner oder die Demokraten. Das Verfassungsblog beschreibt es sehr gut: Mit jeder Kritik, mit jedem Fehler, der Sarah Palin nachgewiesen wird, wird sie stärker. Ihre […]

  30. vera Di 22 Feb 2011 at 01:58 - Reply

    Obwohl Nicht-Juristin: Mir aus dem Herzen.

  31. AlterKnacker Di 22 Feb 2011 at 02:38 - Reply

    Ob ich wohl mit meinem eigenen Beitrag falsch liege, muss ich nach diesen Ausführungen bezweifeln, aber dafür brauche ich keinen Uni-Abschluß, denn um einen Betrüger Betrüger zu nennen, genügt wie bei mir auch die Volksschule. Hier kann mein eigener Beitrag gelesen werden: http://freies-in-wort-und-schrift.info/2011/02/21/darf-man-schon-lgenbaron-sagen/

  32. Parsifal Di 22 Feb 2011 at 02:46 - Reply

    Nun also hat Guttenberg den Antrag gestellt, die Unverstität möchte seinen Titel zurücknehmen. Dass ein solches Verfahren nicht vorgesehen ist, spielt keine Rolle. Die Bemerkung des Sprechers der Uni spricht Bände:
    „Nach wie vor sei zwar nach der Promotionsordnung ein ordentliches Verfahren zur Prüfung der Dissertation nötig, mit dem Statement des Ministers ist es aber einfacher geworden.“ Einfacher?!!!

    Meine Schlussfolgerung:
    Guttenberg und Universitätklüngel haben sich auf eine an Genialität und gleichzeitiger Durchtriebenheit nicht zu überbietende Lösung des Problems geeinigt:
    Es wird so ablaufen:
    In einigen Tage wird die Kommission mitteilen, dass sie nach eingehender Prüfung im Hinblick auf „gravierende“ Fehler die Arbeit nachträglich als nicht-bestanden wertet. Den Begriff „Täschung“ wird sie mit keinem Wort erwähnen.

    In der Öffentlichkeit wird sich dies als positiver „Bescheid“ über Guttenbergs „Antrag“ darstellen. Als Ergebnis ist Guttenberg nicht der Täuschung überführt und kann Bundeskanzler werden.

  33. Guardian of the Blind Di 22 Feb 2011 at 04:30 - Reply

    Volle Zustimmung! Ein Problem ist denke ich eine tendenzielle Intellektuellenfeindlichkeit in großen Teilen des Kleinbürgertums (oder wie auch immer man es bezeichnen will).

  34. Pérégrinateur Di 22 Feb 2011 at 06:29 - Reply

    1. Demokratie ist Demokratie – also Herrschaft des Volkes, nicht mehr, nicht weniger. Demokratie allein ist recht wenig, wenn nicht noch einige andere „Petitessen” wie Rechtstaat, Minderheitenschutz, Menschenrechte usw. dazukommen
    2. Der Herr vuzGe hat jetzt natürlich alle Schulversager auf seiner Seite. Warum war schon Kohl trotz seiner offenbaren Geistlosigkeit so beliebt? – Weil ein erklecklicher Teil unserer Mitbürger ungern einen Politiker wählt, von dem sie mit gewissem Recht annehmen, er könnte sie intellektuell überragen. Das lässt sie nämlich tückische Absichten vermuten, nicht ganz zu Unrecht. Die Einfältigkeit dabei ist natürlich, dass wer unbedarft wirkt oder arglos auftritt, eben doch schlau und verkommen sein kann. Dagegen kann man sich nur mit Umsicht wappnen – aber dazu heißt es dauernd wachsam sein, und das kostet Mühe. Also läuft man besser vertrauensvoll den „Sympathen” hinterher. Überhaupt leben wir in einer Epoche des Handelns und Urteilens „aus dem Bauch heraus”. Und was kommt aus dem Bauch? No comment!

  35. Parsifal Di 22 Feb 2011 at 06:48 - Reply

    Sieh an, mein Kommentar scheint irgendwo zwischen MUC und Berlin in der Leitung stecken geblieben zu sein…schade

  36. Devalois Di 22 Feb 2011 at 09:13 - Reply

    Nun ja, noch glaube ich an unser Recht, auf die Gesetze und auf eine, mehr oder weniger, funktionierende staatliche Verwaltung (man muss nur nach Belgien schauen: die brauchen auch keine Politiker; da herrscht die Verwaltung, die Justiz und ein Rex Dei Gratia…). Sollte der Strafantrag in Bayreuth (ist meines wissens schon gestellt) gegen ihn durchgehen und er verurteilt werden, dann dürfte es das mit Gutti sowieso gewesen sein, oder? Zumindest ist es einem Vorbestraften, meines Wissens nach, nur sehr schwer möglich Beamter zu werden. Abgeordnete sind doch (Wahl)beamte…
    Also nach dem §106 UrhG drohen bei einer unerlaubten Kopie eines urheberrechtlich geschützten Werkes bis zu drei Jahren Haft. Man darf also gespannt sein…
    Was die Beliebtheit eines Politikers, eines blaublütigen Politikers mit Hochglanzbismarckspross (wir denken mit Schaudern an die unerträgliche Gräfin von Pfuehl, wie sie mit ihrer Kaffeetasse durch ihr Schlösschen tanzt…) an der Seite betrifft: Nach einem rasanten Aufstieg ist der Sturz nur um so häßlicher und eine gewaltige Schlammschlacht wird losbrechen, Jahrhunderte alte Leichen kommen dann mit gräßlichen Fratzen zum Vorschein und der einstige Liebling von Bild & Co. wird ganz schnell sein Heil in der Flucht suchen! OK: ich bin zwanghafter Optimist.
    Den mahnenden Finger zu erheben sollten wir uns jedoch hüten! Zwar ist es in der Tat recht bedenklich, wenn eine politisch und geistig desinteressierte Masse einem Aristo-Ken nebst Bismarck-Barbie alles verzeiht; verwunderlich ist es aber nicht bei der Medienlandschaft.

  37. […] Das Modell Sarah Palin Die Empörung all der vielen Leute, die in den Attacken auf den Plagiator Guttenberg nur den elitären Versuch sehen, “unseren besten Mann kaputt zu machen”, ist für Guttenberg ein ungeheuer wertvolles politisches Kapital. Sarah Palin in den USA macht es vor, welche unglaublichen Erfolge man mit diesem anti-elitären Ticket einfahren kann: Jeder Professor, der ihr Irrtümer und Fehlschlüsse nachweist, jeder Journalist, der sie als ahnungslos und bescheuert und totalen Blindgänger entlarvt, macht sie nur stärker. Je massiver und anspruchsvoller die Kritik, desto klarer liegt für ihre Anhänger auf der Hand: Die da oben wollen sie nur fertig machen. Also halten wir da unten um so mehr zu ihr. Dieses anti-elitäre Ticket ist jetzt für Guttenberg reserviert. Quelle: Verfassungsblog […]

  38. Philipp Di 22 Feb 2011 at 09:49 - Reply

    Treffende Analyse, die sich leider schon zu bewahrheiten geginnt. In Kelkheim am gestrigen Abend hat er bereits begonnen: Thilo Sarrazin’s Buch sei eine ehrliche Bestandsaufnahme. Es sei wichtig und lohnend gewesen, dieses Buch gelesen zu haben. Der Saal in der hessischen Provinz tobt! (Quelle:http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746888,00.html). Kein Wunder, dass er diese Öffentlichkeit der Hauptstadtpresse, wie er selbst sagt, vorgezogen hat.

  39. nightowl Di 22 Feb 2011 at 10:05 - Reply

    Rechtsgedrehte Schraube rückwärts – das Kunststück, „das Volk“ empfinden zu lassen, Guttenberg sei „einer von uns“, ist etwas, das er durch seine aalglatte und popstarhafte Selbstdarstellung nur zum Teil selbst bewirkt (hat).
    Der andere Teil dieses „Volksempfindens“ ist ein Konglomerat aus Sehnsucht nach dem „besseren Ich“, dem „Edlen im Adel“ und: der Identifikation mit dem Blender.
    Wir alle sind (meist notgedrungen) zu Blendern geworden; niemandem würde es einfallen, eine Bewerbung so abzufassen, dass sie eine realistische Selbsteinschätzung wiederspiegelte. Ebensowenig ehrlich, also realistisch ist die Selbstdarstellung der Unternehmen, sei es in Stellenangeboten, auf Webseiten oder in den Medien – alle sind und alles ist perfekt und an all das haben wir uns gewöhnt.
    Wenn auch viele Menschen das anders empfinden mögen: ich habe nie empfunden, dass der Mann eine authentische oder (i.e.S.) selbstbewusste Ausstrahlung hat.
    Genau diese Kombination aus Blendertum, schöner Fassade und dem (unterbewussten) Empfinden der Verlogenheit macht – in einer Gesellschaft, die Verlogenheit verlangt – einen wie Herrn G. nicht nur zur Projektionsfläche von Sehnsüchten, sondern auch zur Identifikationsfigur. Dass er nun beim Betrügen erwischt wurde, macht ihn deshalb für Viele noch sympathischer.
    Und das ist gefährlich.

  40. Schwienetünnis Di 22 Feb 2011 at 10:27 - Reply

    1. Auch wenn ich tatsächlich glaube, dass hier eine Kampagne „gefahren“ wird, änderte das gegebenenfalls nichts an der Wahrheit der erhobenen Vorwürfe. So mag es also durchaus richtig sein, zugleich eine Maßnahme der Uni Bayreuth für geboten zu halten und dennoch von einer politisch geleiteten Kampagne auszugehen. Indessen ändert auch das nichts daran, dass der Umgang Guttenbergs mit den Vorwürfen (s. Pressekonferenz im Verteidigungsministerium und Inhalt der Erklärung) recht merkwürdig erscheint und Fragen auch im Hinblick auf das Amt aufwirft. Man das Ganze also sehr wohl zu Recht als „Schmutzwäsche“ betrachten und ist allein dadurch nicht gehindert, Konsequenzen für geboten zu halten.

    2. Dass die Mehrheitsmeinung dies derzeit anders sieht, muss zum einen nicht der letzten Stand der Angelegenheit bleiben: Nicht ist schnelllebiger als die öffentliche Meinung! Was wird geschehen, wenn die UNi zur Aberkennung schreitet? Wird Guttenberg klug genug sein, vor Abschluss des Verfahrens eine „Rückhabe“ der Promotion zu erwirken, um der öffentlichen Debatte den Boden schnell zu entziehen? Wie sieht die Rechtslage insofern aus?

    3. Ja, man kann eine an die USA angelehnte (ungute) Tendenz zu Personalisierungen nicht nur für Italien, sondern auch für Deutschland feststellen. Aber postdemokratische Zustände haben nicht nur persönliche Voraussetzungen, sondern auch strukturelle, und von einer Gleichschaltung der Medien sind wir glücklicherweise meilenweit entfernt! Wer das nicht glauben mag, soll die FAS aufschlagen und dort nachlesen, wei ein konservatives Blatt in äußerst unterhaltsamer Weise „Jagd“ auf den zuvor selbst hochgelobten Guttenberg unternimmt. Es mag zwar zutreffen, dass FAS, FAZ, SZ usw. keine Massenblätter sind, aber auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit seinen hohen Einschaltquoten sendet Sonderbeiträge. Da in Deutschland nach einem Woret des Altkanzlers Schröder Politik mit der „Blödzeitung“ und der „Glotze“ gemacht wird, müssen wir wohl erst dann Schlimmes befürchten, wenn eine Person mit kritikloser und einhelliger Unterstützung dieser Massenmedien die Macht anstrebt. Dagegen ist eine Medienkampagne gegen einen extrem beliebten Politiker das Gegenteil von einem Indiz für postdemokratische Zustände in struktureller Hinsicht.

    4. Gerade deshalb ist es wichtig, dass das BVerfG Art. 5 GG in jeder Hinsicht schützt, und dieser Schutz weder durch Pressegesetze und Entmachtungen des BVerfG nach ungarischem Muster entwertet wird, noch eine schleichende Gleichschaltung der Medien und insbes. der Fernsehsender geduldet wird. Hier gilt es bereitgs den Anfängen zu wehren, und leider kann man insbes. auf dem Zeitungsmarkt Konzentrationsprozesse beobachten. Aber: Von Postdemokratie sind wir sehr, sehr weit entfernt, und das gegenwärtige Geschehen kann insofern nicht beunruhigen.

  41. KassandraXYZ Di 22 Feb 2011 at 11:12 - Reply

    „Es ist schon was dran: Der Plagiats-Vorwurf gegen Guttenberg ist zutiefst elitär, ein Debattierthema von Akademikern für Akademiker.“

    Einspruch! Wenn ich mich nicht total täusche, geht es hier um Betrug – und das ist nicht elitär, sondern geht jedermann an!

    Wie mag sich wohl die Frau fühlen, die wegen 1,30 Euro Ihren Job und damit Ihre Existenz verlor, und das nur auf Verdacht, während der Betrug bei Guttenberg trotz aller versuchter Winkelzüge wohl als gegeben gelten kann!?

  42. Dr. Helmut Seidel Di 22 Feb 2011 at 11:34 - Reply

    Sehr besorgniserregend ist die Haltung von Personen in Regierung und Parteien, die Guttenberg noch immer „den Rücken stärken“ und als Minister halten wollen. Diese Personen sehen offensichtlich Betrüger als besonders gut geeignet an, in der Politik eine herausragende Rolle zu spielen, vor allem dann, wenn es ihnen gelingt, durch raffiniertes Auftreten einen Teil der Bevölkerung erfolgreich über ihren wahren Charakter zu täuschen. Dieser Vorgang ist symptomatisch für die moralische Verkommenheit in den Führungsgremien unserer Gesellschaft, die nunmehr ein kaum noch vorstellbares Ausmaß erreicht hat. Betrug ist ja noch der geringste Vorwurf, den man Guttenberg machen kann. Für mich gibt es nur eine Schlussfolgerung – Parteien, deren Führungsgremien ein derartiges Verhalten unterstützen, kann man nicht mehr wählen, da sie jedes Vertrauen verspielt haben.

  43. Oliver Oli Di 22 Feb 2011 at 12:22 - Reply

    Sarah Palin hat McCain die Präsidentschaft versaut. Palin wurde im Wahlkampf von den Medien nieder gemacht, wegen fortgesetzter Dummheit oder Verlogenheit. Genau das gleiche passiert gerade mit Guttenberg. Ich glaube noch nicht daran, dass er das als Minister überlebt.

  44. Dr. Martin Hufner Di 22 Feb 2011 at 12:22 - Reply

    Vollkommene Zustimmung.

    Die Sache selbst ist auch mit langer Vorgeschichte, wenn auch nicht im genannten sozialen Millieu. Das spielt ja auch hinein in den Anti-Intellektualismus wie er sich gegen Juden richtet(e), wie er sich aus der vermeintlichen Notwendigkeit von Praxis gegenüber dem Denken darstellte etc. pp. (siehe Adornos Studien zur Studentenbewegung oder zum autoritären Charakter).

    Nur beim Arzt zeiht man den Doktor vor 🙂

  45. Alfred E. Di 22 Feb 2011 at 12:52 - Reply

    Dass Guttenberg seinen eigenen Ruf schädigt und dies mit der kumpelhaften Anbiederung an das „gesunde Volksempfinden“, dessen notorische Skepsis gegenüber der „elitären“ Intelligenz von den Bücherverbrennungen der Nazis bis zur Lynchjustiz an fatalerweise nur Brille-tragenden Intellektuellen zu Zeiten der chinesischen „Kulturrevolution“ reicht, ist ja nur die eine Seite.
    Denn auch ein zu Guttenberg tritt irgendwann als Politiker ab!
    Und selbst wenn zu Guttenberg es bis zum Bundeskanzler schafft, hat Kohl POLITISCH mit seiner „Zeugnisverweigerung“ im Falle ELF /Aquitaine den Skandal einer PRIVAT betrügerischen Promotion längst getoppt!

    Schlimmer ist: Zu Guttenberg schädigt den Ruf des gesamten akademischen Betriebes
    Nachfolgender Link ist dies bzgl. ein gutes Beispiel.
    Denn wer soll die Ernsthaftigkeit des hier…

    http://www.gkrw.uni-bayreuth.de/

    … vorgestellten Vorhabens noch aufrichtig glauben?
    So zu finden auf der website der Universität Bayreuth, die gerade Gefahr läuft als Bildungseinrichtung die größte Lachnummer der Nation zu werden.

    Die aber auf jeden Fall angesichts der anerkennenswerten Sorgfalt, mit der sie sich dieser, das Anliegen des Graduiertenkollegs Nr. 1148 illustrierenden Grafik auf besagter site gewidmet hat, nicht behaupten kann, sie hätte nicht tiefsten Einblick in das Problem, welches sie zukünftig ihre ganze Glaubwürdigkeit und damit ihr gesamtes Renommee kosten könnte.

    Eigentlich müsste es ja in Kürze massenweise Anträge zur Rückübereignung des Dr.-Titels geben. Und wer kann hier zukünftig ernsthaft noch seine Promotion einreichen?
    Die ist doch nichts wert!

    Also, bleibt die wirklich spannende Frage:
    Was wird sich durchsetzen?

    Das akademische Einvernehmen bzgl. der Seriosität wissenschaftlicher Methode bei Promotionen in der säkularen Gesellschaft

    … oder die Strategien der PR-Berater publicity-geiler Politikerpäärchen – natürlich bekanntermaßen kräftig unterstützt von der Mohn-Presse.

  46. Pérégrinateur Di 22 Feb 2011 at 12:55 - Reply

    Charismatiker sind immer gefährlich. Ein „Großer Mann“ bedeutet ein öffentliches Unglück.

  47. […] Steinbeis hat einen anderen, schönen Vergleich gefunden: Sarah Palin. “Sarah Palin in den USA macht es vor, welche unglaublichen Erfolge man mit diesem […]

  48. no comment Di 22 Feb 2011 at 13:13 - Reply

    ob der Herr zu Schlechtenthal nun wirklich 7 biblische Jahre benötigte um sein bestelltes Werk beim Schöpfer des Selben abzuholen sei dahin gestellt.
    Das in teutschen Landen ein Dr. Titel immer guten Zuspruch erfährt weis mittlerweile auch der dümmste Spin-Doc. Der wohl der Grund der Bestellung war.
    Aber ein Plagiat ist nun mal eine Lüge. Und eine Lüge ist eine Lüge und bleibt eine Lüge. Im Fall von Herrn Guttenberg sogar eine schlecht gemachte.
    Wer das damit entschuldigt das ja jeder lügt hat das Wesen der Lüge nicht erkannt.
    Denn die Lüge lässte die Wahrheit nun mal nicht zu.
    Aber in der Beziehung schippern wir ja schon lange hart an der „Bild“-ungsgrenze.
    Aber Palin und Guttenberg miteinander vergleichen ist wäre unfair. Dafür müsste die Palin mindestens Prinzessin oder Barbies‘ Mutter sein. Den Unterschied werden die wenigsten Republikaner bemerken …

  49. Peterle Di 22 Feb 2011 at 13:16 - Reply

    Ich denke, Guttenberg fährt nicht auf dem Anti-Elite-Ticket, sondern jetzt auf einem anti-Intellektuellen-Ticket. Elitär bis zum geht nicht mehr, aber geistige Arbeit verachtend („Blödsinn geschrieben“). Passt zu Berlusconi, Palin und allen anderen Polit-Marionetten, die reaktionäre, anti-aufklärerische Herrschaft durchsetzen wollen.
    „Nicht nachdenken, handeln!“, ist doch das Motto dieser Leute – und versuchen, sich damit gegen Kritik zu immunisieren und gegen eine rechtliche oder sonstwie denkerische Überprüfung ihrer Maßnahmen zun wappnen.
    Deutschland wieder auf dem Weg in den Maßnahmen-Staat?

  50. egal Di 22 Feb 2011 at 13:19 - Reply

    Zu dem Gedanken von Lucky Luke, Oliver und anderen, Guttenberg wirke nicht als Anti-, sondern nur als andere Art von Elite, mal ein Auszug aus der DreckSZ vom 27.7.2009 (KT war da ein halbes Jahr Wirtschaftsminister) , die Guttenberg als Anti-Politiker und Teil der „guten“ Elite inszeniert.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/wirtschaftsminister-warum-guttenberg-beliebtester-politiker-ist-1.174476

    Warum Guttenberg beliebtester Politiker ist
    von Gustav Seibt

    Das bedrohliche Wort vom „Baron aus Bayern“ hat nicht verfangen. Guttenberg ist zum beliebtesten deutschen Politiker aufgestiegen. Aber warum?

    So stellt man sich keinen Landedelmann, sondern den Erben eines wohleingeführten, vorzüglich laufenden mittelständischen Betriebs vor.

    Und solche Unternehmer müssen heute sein, wie Guttenberg sich gibt: lokal verwurzelt, aber weltläufig, weltmarktfähig durch Ausbildung und Auftreten, kultiviert und handfest zugleich; dabei aber sozial aufmerksam auch auf die humanen und staatlichen Ressourcen, im Bewusstsein, dass mittelständische Betriebe sich ohne die vorzügliche Infrastruktur und das insgesamt ausgezeichnete Ausbildungswesen in diesem Land nicht behaupten könnten.

    Kurzum: Guttenberg artikuliert in dem, was er ist und sagt, die marktwirtschaftliche, aber nicht marktradikale Mitte der deutschen Gesellschaft. Und nun, wo er da ist, wird schlagartig deutlich, was in all den Debatten, Talkrunden und Aufregungen der letzten deutschen Achterbahnjahre zwischen Reformen und Finanzkrise gefehlt hat. Es war die Stimme derer, die hier immer noch erfolgreich wirtschaften und den ganzen Laden am Laufen halten.

    Sie waren eingeklemmt zwischen den sich gegenseitig befeuernden Ideologieschwaflern, den Henkels, Niebels, Sinns einerseits und den Gysis, Lafontaines und Sommers andererseits, samt dem lustigen Restpersonal à la Sodann oder Joop und Jauch. „

  51. egal Di 22 Feb 2011 at 13:22 - Reply

    Für die Schnellleser noch mal ein Kurzzitat: „Es war die Stimme derer, die hier immer noch erfolgreich wirtschaften und den ganzen Laden am Laufen halten.“

    Kurz: die Stimme des SZ-Lesers, der im Durchschnitt 45k/a verdient.
    Und kein „Ideologieschwafler“, also kein Politiker.

  52. no comment Di 22 Feb 2011 at 14:13 - Reply

    „Die Wahrheit zuzeiten des Universalbetruges zu sprechen ist eine revolutionäre Tat“
    Nein nein, das ist nicht mir eingefallen. Das ist von George Orwell …

  53. Ürgsel! Das SalBlog. Di 22 Feb 2011 at 14:14 - Reply

    Guttenberlusconig…

    Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dieses Blog langsam einschlafen zu lassen. Denn dies ist der erste Eintrag im gar nicht mehr so neuen Jahr 2011. Das Konzept des eierlegenden Wollmilchsaublogs ging in den letzten Monaten immer seltener…

  54. Jan Di 22 Feb 2011 at 14:53 - Reply

    holy shit, Guttenberg hat nach dem Skandal eine Zustimmung zu seiner Arbeit von 73% der Bevölkerung. WTF, Deutschland?

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/guttenberg-plagiat-umfrage

  55. Timo Di 22 Feb 2011 at 14:53 - Reply

    Schmunzelnd muss ich hier: Elite unterhält sich über Elite und das Völkchen. Wieder ein erfülltes Klischee, zehrt die Elite doch von „den anderen“.
    Wendet sich die akademische Elite von Herrn Guttenberg ab, wird das nicht kompensiert werden müssen. Meiner Ansicht nach, hat die akademische „Elite“ genauso viele schwarze Schaafe wie jede andere Schicht auch, nur gibt es derer weniger.

    Ich denke nicht, dass Herr Guttenberg beabsichtigt sich über das Gesetz zu stellen. Auf jeden Fall nicht mehr als eine rote Ampel zu überqueren, abzuschreiben oder das letzte Stück auf dem Teller schnell für sich zu vereinnahmen.

    Trotzdem ist es schön zu sehen, dass eine vergleichsweise Lapalie (s. angesprochene Oban, Berlusconi, oder Mubarak, Gadafi, Georgie W. und Sarah P.) ein solches Echo auslöst. Schön, dass wir derart hehre Ziele, bzw. die kleinste Abweichung von den solchen verfolgen.

  56. karl-friedrich Di 22 Feb 2011 at 15:15 - Reply

    Das einzige was die Leute in dem Land noch aufregt, ist, wenn bei DSDS ein Schrubber umfällt. Was ist das schon eine abgekupferte Dissertation. Übrigens, guter Beitrag.

  57. Zusammenfassung Di 22 Feb 2011 at 15:22 - Reply

    Sarah Palin spielt die Volksfrau, die mit Gewehr und Bulldozer in Washington aufräumen würde. Jeder, der ihr sagt, so ein Vorhaben sei unsinnig und richte mehr Schaden als Nutzen an, wird als elitär gebrandmarkt.
    Guttenberg spielt den aufrechten Volksbaron, der tatkräftig aufräumt und der sich gut um seine Lehnsleute kümmert und der – so alle Nichtakademiker – ein paar kleine Schummeleien in seiner Dissertation begangen hat. Dies sehen alle Nichtakademiker aber als genauso schlimm wie ein Spickzettel in einer Geschichtsklausur in der Schule. Jede andere Meinung ist elitär.

    Was man Nichtakademikern entgegenhalten kann:

    Beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit entwickelt man aus den wissenschaftlichen Arbeiten anderer Autoren etwas neues. Daher muss man genauestens angeben, welches die eigenen Gedanken sind und welche fremdes Gedankengut sind. Fremdes Gedankengut darf man zwar verwenden, man muss aber angeben, wer es erarbeitet hat. Um das zu verdeutlichen, mal ein Vergleich:
    Stellen sie sich vor, da sind zwei Putzfrauen und jede von denen putzt eine Etage. Jetzt sagt aber die eine Putzfrau, sie habe beide Etagen geputzt. Sie behauptet, die Arbeitsleistung der anderen Putzfrau sei ihre eigene. Das ist natürlich Betrug. Und genauso ist das, wenn man die geistige Arbeitsleistung anderer als die eigene ausgibt.

    Soll das etwa erlaubt sein, geistige oder materielle Arbeitsleistungen anderer als die eigenen auszugeben?

    Das muss man manchen Nichtakademikern ganz klar machen, natürlich auf nette Weise und unter dem Hinweis, dass Schule nicht dasselbe ist wie Universität. In der Schule lernt man die Gedanken anderer, in der Universität entwickelt man neue Gedanken auf der Basis der Gedanken anderer.

  58. Jurastudent Di 22 Feb 2011 at 16:20 - Reply

    Wie plausibel ist die Theorie, dass KT zu Guttenberg als Gallionsfigur eine Rehabilitierung und Repolitisierung des deutschen Adels einleitet? Heutzutage wird der Adel in Deutschland doch (meiner Meinung nach) als Spasskaste wahrgenommen, die sich auf ihren Schlösserfesten belustigt und nur untereinander Umgang pflegt.
    Vielleicht liegt die Hoffnung darin, mit zu Guttenberg den Adel endlich aus der „Bunten“ zurück in die politische Führung zu katapultieren. Der Adel hat doch vor der Weimarer Republik jeden Reichskanzler und auch später in der Reichswehr große Teile des Offizierskorps gestellt.

    Ich jedenfalls glaube, dass hinter KT zu Guttenberg Bataillone von Förderern (auch ausserhalb von CDU/CSU) stehen, die ihn sützen.

  59. Barnockel Di 22 Feb 2011 at 16:21 - Reply

    Guttenberg ist schon lange die deutsche Entsprechung zu Berlusconi/etc.
    Denn er brüstet sich immer wieder mit genau der charakterlichen Verkommenheit,
    die in Deutschland am besten ankommt: Sich Vorteile durch die Zerstörung der
    Leben von Menschen zu verschaffen, die sich nicht wehren können.

  60. Der-Mann-von-unten Di 22 Feb 2011 at 17:07 - Reply

    Mir scheint ein Aspekt in der Diskussion völlig unterzugehen:

    Mann kann also an einer deutschen Uni durch eine zweifelbehaftete Promotionsschrift mit Summa promovieren. Nur zufällig ist gerade die Arbeit von KT ins Licht gerückt. Ich denke, da gibt es noch eine Menge mehr.
    Nat. nicht bei den Linken, deren Promotionsquote ist zu niedrig 😉

    Zeigt die ganze Sache nicht, wie lächerlich das deutsche „Herr Dr.“ getue ist?

    Ausserdem finde ich es immer wieder spannend, daß ständig Politiker aus Gründen, die nix mit ihrer Politik zu tun haben, „gehen müssen“… lächerlich, das ganze!

  61. VonFernSeher Di 22 Feb 2011 at 19:03 - Reply

    Es tut mir leid, das so harsch sagen zu müssen, aber dieser Artikel ist Unsinn.

    Wenn es in der deutschen Hochschullandschaft etwas Unelitäres gibt, dann ist es ein Plagiatsvorwurf. Und erst recht einer gegen einen politischen Funktionär.
    Es ist eben gerade dann nicht das Vorrecht einer wie auch immer gearteten Elite sich ihre Würdenträger auszusuchen, wenn es einer sich vorher nicht bekannten Gruppe von Individuen gelingt, eine Doktorarbeit in wenigen Tagen zu zerlegen und ihre wissenschaftliche Nichtigkeit bloßzustellen, nachdem es jahrelang keiner gemerkt haben wollte.

    Das ist kein Hochschulthema, sondern ein Gesellschaftsthema, das ein jeder versteht, der für seine harte Arbeit eine gerechte (und damit auch relative) Anerkennung erwartet. Das Schmücken mit fremden Federn ist in der Montagehalle genauso bekannt wie im juristischen Seminar, der Anspruch für eine ehrliche Leistung enstprechend (nicht nur materiell) entlohnt zu werden besteht beim Straßenbau nicht weniger als im Bundesministerium.

    Nicht die Diskussion um den Doktortitel ist elitär, sondern das verräterische Verhalten der Leistungs-, Bildungs- und Verantwortungselite. Den Schaden nimmt bei einer solchen Betrachtungsweise nicht der Betrüger, sondern der Betrogene, wie der Kommentar von Der-Mann-von-unten sehr gut zeigt.

  62. Lennart Pelz Di 22 Feb 2011 at 19:49 - Reply

    Es ist alles gesagt, also bleibt für mich nur noch eines zu sagen: Danke. Hätte ich flattr, würde ich sofort flattrn 😉

  63. Michael Hassemer Di 22 Feb 2011 at 19:58 - Reply

    Geschätzter Herr Steinbeis,

    ein schön geschriebener Artikel, den ich gerne gelesen habe – dennoch bin ich fundamental anderer Auffassung:

    Anti-elitäre, anti-akademische und anti-intellektuelle Tendenzen sind hierzulande weit weniger ausgeprägt als in den USA. Den dortigen Diskurs, der über weite Stecken fast trotzig-infantile Züge trägt, kann man hier – trotz BILD und Facebook-Unterstützern – nicht finden. Die Verehrung der BILD für Herrn Guttenberg gründete doch gerade auf seiner deutlich wahrnehmbaren *elitären* Seite, die wiederum nicht nur auf seinem Adelstitel, sondern auch auf seinem akademischen Titel beruht (hat). (Sie selbst sprechen diese elitäre Seite in Ihrem Blogbeitrag ja deutlich an.)

    So unangenehm Herr Guttenberg als Person auch sein mag: Man kann ihm nicht vorwerfen, einen anti-elitären Diskurs zu führen. Auch die Rückgabe seines Titels hat ja nichts anti-akademisches, sondern ist lediglich der Not geschuldet: Sie dient dem Löschen des Feuers.

    In den USA kann Frau Palin sich als ungebildet darstellen und damit rechnen, dass dies ihre politischen Erfolgschancen steigert. Herr Guttenberg hat sich nie auch nur im Ansatz so präsentiert, und das steht auch nicht im Mindesten zu erwarten. Der von Guttenberg erschummelte Doktortitel macht den Unterschied, wie ich finde, sehr deutlich: Während Frau Palin sich gegen „intellektuelle Eliten“ stellt, hat Herr Guttenberg gerade (erfolglos) versucht, sich der Außenwirkung dieser Eliten zu bedienen.

    Es ist darum nicht nur falsch, sondern schon etwas alarmistisch, zu prognostizieren, Herr Guttenberg würde zu einer hiesigen Form von Sarah Palin: Bislang ist unser politischer Diskurs so verfasst, dass unsere so genannten „Hoffnungsträger“ oder „Heilsbringer“ sich zumindest nicht dumm stellen müssen.

    Ich halte das für einen sehr beruhigenden Befund – einstweilen.

    Mit freundlichem Gruß,

    Michael Hassemer

  64. Student Di 22 Feb 2011 at 20:02 - Reply

    Was wäre, wenn herausgekommen wäre, dass G eine Frau vergewaltigt hat, ein Kind überfahren, ein Haus angezündet hat? Was wäre dann?
    Würde BK M noch immer zu ihm halten?

    Meine ersten harten Zweifel kamen auf, als er er meinte, dass er Platons Politeia zur Entspannung im ORIGINAL liest…hahahahah

    Ich fange in letzter Zeit an, Westerwelle immer mehr zu schätzen!

  65. Alfons Hämmerl Di 22 Feb 2011 at 21:51 - Reply

    G. hat seinen Doktor unrechtmäßig erworben und führt ihn nicht mehr.
    Das ist so, als wenn ich ein Auto gestohlen habe und denke, dass alles wieder gut ist, wenn nicht mehr damit fahre.

  66. Falk Di 22 Feb 2011 at 22:00 - Reply

    Am Ende wird eine weitere politische Karriere des KT zu G (die ihn ja nur noch direkt ins Kanzleramt fuehren kann) dem Bildungsstandort Deutschland masiv schaedigen. Man sollte nicht vergessen, dass ein bedeutender Teil deutscher Akademiker weiterhin liberal und meist politisch links ist (zumindest in den Naturwissenschaften).

    Ich persoenlich, momentan als promovierter Akademiker im Ausland taetig, wuerde nicht unter einer Regierung Guttenberg nach Deutschland zurueckkehren und das Ansehen eines Mannes staerken, der sich vermutlich ins Faeustchen lacht, dass ich dumm genug war, mir drei Jahre lang die Finger wund zu pipettieren, um meinen Dr ohne scl zu bekommen.

    Und viele in meinem Bekanntenkreis denken da genau so.

  67. […] habe ich einen tollen Blogeintrag empfohlen bekommen, da sind insbesondere auch die Kommentare und Verlinkungen […]

  68. nik Di 22 Feb 2011 at 22:37 - Reply

    Auch wenn das jetzt eingebildet klingt, hier der Versuch, die 3 Dutzend Kommentare mal wieder etwas zu neutralisieren: Wer Guttenberg „unseren besten Mann“ nennt und diesen glatten Schnösel ernsthaft bewundert, kann nur zur Sparte BILD-Zeitungsleser oder Gossip-Magazin-Leser gehören. Beide kann ich nicht ernst nehmen.

    Schade, dass es immer eigentlich so banaler, unpolitischer Themen braucht (im Vergleich zu Feldpost, Fock und Co), um der breiten Masse den wahren Charakter bestimmter Personen vor Augen zu führen.

  69. […] Verfassungsblog » Blog Archive » Guttenberg und das anti-elitäre Ticket – Guttenberg hat sich einen Summa-Doktor umhängen lassen (von Häberle, no less, da komm ich echt schwer drüber weg) dafür, dass er 400 Seiten Textbausteine zusammengeleimt hat. Er hat allem Anschein nach gelogen und betrogen und seine Privilegien als Abgeordneter missbraucht und das ehrwürdige Verfahren, in dem die Wissenschaft ihren Forschernachwuchs heranzieht, der Lächerlichkeit preisgegeben. […]

  70. darktiger.org Di 22 Feb 2011 at 23:35 - Reply

    Die Bagatelle des Dr. Strg. h.c. von Googleberg…

    Nun ist es amtlich, der Herr "Dr." hat abgeschrieben. Guttenberg hat zugegeben "handwerkliche Fehler" gemacht zu haben, die es seiner Meinung nach nicht mehr rechtfertigen den Doktortitel zu tragen. Es findet jedoch immer noch …

  71. ahje Di 22 Feb 2011 at 23:56 - Reply

    Jetzt kriegt er ein wenig Breitseite, in 3 Tagen wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Natürlich bleibt KaTe. Wahrscheinlich wird er in absehbarer Zeit BK. Suck it up. Das Leben ist ein Ponyhof, wenn du auf dem Pony gut reiten kannst. Es ist aber nicht so schick, wenn du das Pony bist.

  72. Angelika Mi 23 Feb 2011 at 00:37 - Reply

    vielen dank für diese analyse.
    ich konnte ES bisher partout nicht verstehen (diesen von mir sog. mainstream-pro-„guttenplag“) und hatte ein unerfreuliches „zusammengerassel“ mit einer nicht-akademikerin, die genau ebendieses vertrat. und ich mit meiner unbekümmerten und direkten art hatte dann meinen sog. foot-in-mouth-moment, da ich damit ja zur minderheit gehöre, die den armen Herrn G. ja nur „diffamieren“ würde (so „die denke“, die ich den worten entnehmen konnte).
    schade, dass sich niemand der plagiierten traut, da einzeln/selbst anzeige zu erstatten. denn diesem bedürfe es wohl, so wie ich es bisher rechtlich verstanden habe, damit es zu einem verfahren käme. (oder würde das dann rechsstaatlich unterdrückt ?)

  73. Falk Mi 23 Feb 2011 at 01:16 - Reply

    Also ich habe eine eidesstattliche Erklaerung abgeben muessen, dass ich meine Diss selbststaendig udn ohen Hilfe verfasst habe.

    Sollte KT zu G das ebenfalls getan haben, kann ihn jeder der will anzeigen, denn:
    „Gemäß § 156 StGB wird die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung (1. Alternative) oder die Berufung auf eine solche Versicherung (2. Alternative) gegenüber einer zuständigen Behörde mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bestraft.“
    Quelle: Wikipedia

  74. Andreas Kemper Mi 23 Feb 2011 at 03:02 - Reply

    Es ist tatsächlich sehr verdreht, das sich ausgerechnet diejenige, die auf Elitarismus pochen und diesen darstellen, auch noch den Anti-Intellektualismus auf ihre Seite haben.

    Auch der Fall Gutenberg macht, wie zuvor schon der Fall Sarrazin, deutlich, dass studierende Arbeiterkinder pointierter auftreten müssen. Arbeiterkinder können in ihren Herkunftsfamilien und ihren Jugendfreunden vermitteln, was da eigentlich passiert. Sie können diesen ganzen Uni-Bluff und die Vetternwirtschaft von unten aufrollen, wenn sie nicht mehr isoliert sind. Wie bei allen anderen diskriminierten Gruppen tut es auch hier Not, dass diese Gruppe sich selbstorganisiert und vom Standpunkt der Benachteiligung (studierende Arbeiterkinder erhalten sehr selten Stipendien und promovieren seltener!) die Diskussionen mitbestimmt. Erste Ansätze dieser Selbstorganisierung finden sich hier:
    http://dishwasher.blogsport.de

  75. Vympel130 Mi 23 Feb 2011 at 09:17 - Reply

    Es ist schon erstaunlich mit welcher Dreistigkeit die Öffentlichkeit vorsätzlich manipuliert und verdummt wird. Gem. § 132a StGB dieser“ BRD“ werden solche Handlungsweisen wie die von Herrn Gutenberg, mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug bestraft. Bisher habe ich aber noch nicht gehört, dass die „achso korrekte“ bayerische Staatsanwaltschaft diesbezüglich wegen einem Anfangsverdacht, ein ordentliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, bzw. beim Immunitätsausschuss des Bundestags eine Anfrage auf mögliche Aufhebung der parlamentarischen Immunität des Herrn Gutenbergs gestellt hätte.

    Aber gut, die deutsche Öffentlichkeit will ja von den, von ihnen selbst gewählten Politikern, belogen und betrogen werden – also soll sich auch niemand beschweren über das was derzeitig mal wieder bekannt wird.

    Diesem deutschen Volk geht es noch viel zu gut, denn sonst hätten sie diesem Spuk schon lange ein Ende gesetzt und würden es nicht länger dulden, dass von solch kriminellen Elementen, ihnen ihr rechtmäßig zustehender deutscher Staat noch weiter vorenthalten wird.

  76. Jursastudent Mi 23 Feb 2011 at 10:11 - Reply

    Es liegen mehrere Strafanzeigen (aus unterschiedlichsten Gründen) gegen G vor. Allerdings sind Staatsanwälte weisungsgebunden, ob Ermittlungsverfahren eingeleitet werden steht damit also noch nicht fest.

  77. Jursastudent Mi 23 Feb 2011 at 10:15 - Reply

    Ist es eigentl. sehr abwegig zu verlangen, dass auch Staatsanwälte unabhängig sein müssen?

  78. Lucius Mi 23 Feb 2011 at 10:28 - Reply

    Ich finde es dramatisch und betrachte es als ein mittlerweile durch Erfahrungen nivelierter Anspruch an unsere sog. „Führungselite“, der klar eine Auswirkung des Circensischen Politzirkus nach Vorbild Amerikas ist.
    Insofern finde Ich den Vergleich mit Sarah Palin, und hier könnte man die Reihe ja recht beliebig mit Namen wie Michelle Bachmann usw. fortsetzen, als sehr treffend.

    Letztendlich hat unser Plebs mal wieder ein Gesicht gehabt, welches mit Springer-gestärktem Pseudo-Profil uns vergessen ließ mit welcher „Gurkentruppe“ wir uns die letzten Jahre zufrieden geben mussten und dann kommt solch eine Lappalie die ihm nun ans Bein geschustert wird, das geht ja natürlich gar nicht…

    Wenn unser Bimbes-Dickwanst Ehrentitel bekommt statt Beugehaft,wir Meineid,Steuerbetrug und Vorteilnahme hinnehmen und es mittlerweile gewohnt sind uns mit kleinen, von Größenwahn und Machismo durchdrungenen Kriminellen auf europäischer Ebene abgeben zu müssen und seit Jahren mit den schlimmsten Diktaturen der Welt gute und nicht nur wirtschaftliche Kontakte zu pflegen, was ist denn da schon das zusammenklauen einer Dissertationsarbeit!?

    Unserer Gesellschaft ist leider mittlerweile das Wertesystem komplett abhanden gekommen oder genommen worden, dies spiegelt sich in der unsäglichen, sich selbstbereichernden Führungselite sowie in den Medien ,insbesondere den Privaten wieder…
    Wir sind näher am dekadenten Rom und dem Circus Maximus mit Zuckerbrot und Peitsche als irg. einer Form von Demokratie!

  79. Dina Lüttenberg Mi 23 Feb 2011 at 10:58 - Reply

    Lieber Herr Steinbeis,

    vielen Dank für Ihren tolle Beitrag!
    Wenn man ihn liest, wird einem allerdings noch mehr angst und bange als sonst.

    Was meinen Sie selbst – was können wir alle gegen den Demokratie-Abbau in diesem konkreten Fall tun?

  80. aus der Schweiz Mi 23 Feb 2011 at 11:15 - Reply

    Noch eine Hinweis, den ich bisher noch nirgendswo gelesen habe, da ja es ja auch immer um die wunderbare Herkunft von K.-T. zu Guttenberg geht: Karl-Theodor zu Guttenberg`s Stiefopa war übrigens Joachim von Ribbentrop (Aussenminister unter Hitler von 1938 – 1945). Dafür kann Guttenberg zwar nichts, aber in einigen Zusammenhägen, wo sich ja inzwischen Abgründe auftun, noch mal interessant anzumerken.

    Und eine zweite Anmerkung bzw. eine zum Nachdenken anregende Frage bezüglich der Einlassungen des Verfassers zum Begriff Demokratie und was sie ausmacht: Kann eigentlich die Mehrheit (zum Beispiel bei einer Volksabstimmung) die Demokratie abschaffen ? Das wurde zum Beispiel in der Schweiz nach dieser Minarett-Abstimmung (Verbot von Minarett-Bauten) auch schon diskutiert.

  81. no comment Mi 23 Feb 2011 at 12:06 - Reply

    Schade eigendlich. Nun sind die neo-aristokratischen Träume im kalten Wind der realen Politik zu Eis gefroren und die Bunte hat wieder kein echtes teutsches Highlight mehr.
    Ob nun Guttnbergs‘ Stiefopa der Herr von Ribentropp war ist eigendlich nur ein Hinweis mehr das sich „Elite“-Strukturen nicht zwangsweise mit der Änderung der Staatsform auflösen und neu bilden. Zum Ärgerniss von Herrn Sarrazin ist er eben nur der „Stiefopa“ und somit genetisch unrelevant beim vererben von Intelligenz. Nebenbei: der Vergleich Palin mit Sarrazin kommt mir plausibler vor als den mit Guttenberg.
    Und zum Thema ob man die Demokratie auch abwählen kann: In wirklichen Demokratien könnte man es, würde es aber nie tun. In allen Anderen geht es nicht weil sie nicht abwählen können was gar nicht existiert …
    Nach Abwahlen entsteht immer ein leerer Raum. Also sollte man es nicht tun wenn man nicht weis wie man Diesen gestalten will.
    Trotz der berechtigten Aufregung über den Umgang der „Eliten“ mit fremder Denkleistung vermisse ich hier die Aufregung über die „Fremdsteuerung“ unserer Volksvertreter. Unsere Politiker sind nicht mehr echt. Sie sind die Kens‘ und Barbies‘ einer ganzen Meinungsindustrie. Und die folgt nur Dem mit dem meisten Geld. Glatt, kalt, Moral- und Ideallos. Bei so viel Plastik-Politik wäre es wirklich verwunderlich wenn ein Dr. Title wirklich echt ist. Das man mit PR Staat machen kann wusste schon ein gewisser Herr Goebbels. Aber das haben wohl einige unserer Politiker vergessen.
    Schönen Gruss in die Schweiz übrignes. Nettes Land … nette Leute … nette Banken …

  82. isserley @Michael Hassemer Mi 23 Feb 2011 at 12:06 - Reply

    @Michael Hassemer

    Hmm.
    Ich glaube nicht, dass dieser Artikel alarmistisch ist. – Die USA sind uns einfach knapp 10 Jahre voraus. GWB hat ja vormgemacht dass er auch nur ein „Mann des Volkes“ ist.

    Und Herr Dr Copyberg schlägt mit seiner Aussage „Ich stelle mich hier dem Volk, und nicht der Hauptstadtpresse.“ ja in genau die Palin-Kerbe.

    Mal sehen wo sich unser Staat in 5 Jahren befindet…

  83. Jeeves Mi 23 Feb 2011 at 12:41 - Reply

    @Jurastudent: „…(von Spiegel bis Bild waren alle dabei)…“
    Die Entfernung ist ja auch nicht besonders groß.

  84. Dr. Johannes Martin Mi 23 Feb 2011 at 12:44 - Reply

    Man kann wohl davon ausgehen, dass jemand der Wissenschaftliche Ergebnisse veröffentlicht, die Wichtigkeit von Quellenangaben kennt. Bei einigermaßen systematischer Arbeit, wird man bei der Entscheidung eines Zitats sofort die Quellenangabe in einer eigens dafür angelegten Liste niederlegen, weil man gerade dann alle nötigen Daten zusammenhat; d.h. man tut es sofort, um sich spätere, erneute Sucharbeit zu ersparen. Es ist einfach eine Frage der Effizienz.

    Es ist mir unvorstellbar, dass einem erfolgreichen hoch-intelligenten Menschen der Vorteil dieser Methode entgehen könnte.

  85. Udo Sch. Mi 23 Feb 2011 at 13:41 - Reply

    Die Elitenfeindlichkeit als populäres Muster für das Einfangen von Stimmvieh hatten wir
    doch bereits…
    1933 ging es auch so los…
    Ich ziehe diesen Vergleich hier ausdrücklich nicht als Beleg, auf welchem Weg
    sich diese Demokratie befindet, da sind wir gottseidank weit davon entfernt.
    Die intellektuelle (Nicht)leistung vieler, die sich, obwohl sie es besser wissen müssten,
    zur Verteidigung eines Abschreibers aufschwingen, ist trotzdem erschreckend.
    Wenn ihre Kinder demnächst aus der Schule kommen und womöglich
    eine schlechte Note wegen Abschreibens bekommen haben, was wollen Sie denen als
    Wert vermitteln?
    Leistung muss sich nicht lohnen, Abschreiben ist einfacher?
    Nein, es bleibt, was es ist: Ein heutiger Minister hat früher hemmungslos abgeschrieben und brüstet sich auch noch indirekt damit. Seine Wortwahl ist verräterisch.
    Den Übergang zum Alltag allerdings damit zu rechfertigen, es gäbe wichtigeres, nämlich tote Soldaten, ist eine Unverschämtheit und ein moralischer Tiefpunkt und gewissenlos. Pfui!!!

  86. Jan Mi 23 Feb 2011 at 14:06 - Reply

    Dazu passend aus dem Diskussionsforum von GMX
    http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/11263813?sp=7#jump

    > WIR SIND DAS VOLK,
    > nicht die Medien, Gysi, Gabriel und Trittin.
    > Im Volk hat KT trotzdem seinen Rückhalt – egal was passiert!

    Krass, oder?

  87. no comment Mi 23 Feb 2011 at 15:16 - Reply

    @Jan: stimmt .. das ist Krass. Allerdings kann man sich tatsächlich nicht mehr sicher sein ob dieser kommentar tatsächlich von einem „echten“ User kommt oder ob es im Auftrage einer PR Agentur eingestellt wird. Gerade die krassen Einträge sollen vom eigendlich Inhaltlichem ablenken. Hier muss schlicht Aufklärung geleistet werden. Über Menschen wie z.B. Spreng, Tiedje, Schmidt-Deguelle etc..
    Siehe hier: http://www.wmp-ag.de/vorstand.php und, sehr eindrucksvoll, hier: http://www.wmp-ag.de/aufsichtsrat.php

  88. Radfaß Mi 23 Feb 2011 at 16:46 - Reply

    Ich bin stinkasauer. Ich bin der Meinung in Deutschland gibt es größere Probleme über die dringend diskutiert werden sollte, als über Guttenbergs Doktorarbeit. Ich bin der Meinung das die die in anprangern Ihr Amt niederlegen sollten, denn die haben nicht verstanden auf was es in der Politik ankommt. Mich würde nur interessieren von was die ablenken wollen?

  89. Scheunemann Mi 23 Feb 2011 at 16:47 - Reply

    Herr Guttenberg hat vorsätzlich unwahr gesprochen und hat mit dem Titel alle betrogen.
    Da von diesem Betrachtungsstand aus Herr Guttenberg unwahr sein wird, auch so dieser wahr spricht, dies anzunehmen ist verständlich.
    Eben weil der Hörer nie weiß, was Herr Guttenberg spricht, wahr oder unwahr?!

    Das ist sein politisches Ende – ganz sicher.

  90. rkhb Mi 23 Feb 2011 at 19:04 - Reply

    „(…) Petitesse von ungefähr der gleichen Tragweite, als hätte Guttenberg beim Abitur gespickt“

    Beim Abitur abschreiben ist eine Petitesse?

    Darf man jetzt davon ausgehen, dass nicht eine einzige Prüfung in Deutschland ehrlich erworben worden ist? Dass der jeweils andere Autofahrer seinen Führerschein im Lotto gewonnen hat, gehört ja zum Allgemeinwissen. Nun darf man das also auch von z. B. Busfahrern, Piloten und Polizisten annehmen. Zumindest ist es jetzt eine Petitesse, wenn ihnen „gravierende handwerkliche Fehler“ unterlaufen. Das gibt sogar noch höchstes Lob (summa cum laude).

    Wenn man wirklich Wichtigeres zu tun hat, hätte man ihn schnell feuern sollen.

  91. Scheunemann Mi 23 Feb 2011 at 20:16 - Reply

    Die Universität Bayreuth hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg das Führen des Doktortitels untersagt.
    -Zitat SPIEGEL

  92. Caspar Bildner Mi 23 Feb 2011 at 20:57 - Reply

    Der Herr (Selbst-)verteidgungsminister erzählt, er sei etwas durcheinandergekommen bei all dem Text.

    1. Der erste Absatz der Einleitung der Arbeit ist ist aus der Zeitung kopiert. Niemand kann behaupten, daß nicht zu wissen. Jeder Akademiker weiß, wie er sein Thema einleitet.

    2. Ergo lügt Guttenberg hier.

    3. Wurden insbesondere an dieser Stelle Textstellen umgeschrieben. Dies ist ein zweifelsfreier Nachweis eines Vorsatzes.

    4. Niemand wird so dumm sein, den ersten Absatz der Einleitung der Diss zu fälschen, auch Gutti nicht — zudem mit einem nachweislichen Vorsatz. Das ist die erste Stelle wo man suchen würde.

    5. Somit muß es sich um einen Ghostwriter handeln, der Gutti eins auswischen wollte. Auch ein Ghostwriter, der eine solch komplexe Arbeit zusammenstellt, kann nicht so dumm sein — das ist Absicht.

    Alles andere ist unplausibel. Wenn ein solcher Fälscher und Lügner damit durchkommt, dann gute Nacht. Wenn Gutti nicht zurücktritt, haben wir die politische Kultur der Weimarer Republik heute betreten.

    Merkel hat einen riesigen Fehler gemacht. CDU/CSU sind über eine Personalie hinaus in ihrer Glaubwürdigkeit dauerhaft getroffen, und es wird schwer in Deutschland überhaupt noch sachliche politische Debatten zu führen. Ein Schaden für die gesamte politische Kultur in diesem Land.

    Den Spin-Doktoren hinter Gutti ist das egal — selbst wenn sie die ideologische Basis des bürgerlichen Lagers dadurch zerstören, und entgültig die Tür zu einer rechtspopulisitschen Partei öffen: In Bezug auf eine politische Kultur der Irrationalität, wie wir sie in der BRD seit ihrer Gründung nicht kennen. Da wär einem selbst FJS lieber.

    Dazu auch Florian Güßgen im Stern:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/die-guttenberg-affaere-im-bundestag-denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun-1657075.html
    http://www.stern.de/politik/deutschland/guttenbergs-politische-zukunft-zwischen-palin-und-kaessmann-1656891.html

  93. Barnockel Mi 23 Feb 2011 at 22:10 - Reply

    Wann und wo gibt es die erste Demo für den Rücktritt?

  94. Thomas Mi 23 Feb 2011 at 22:33 - Reply

    Ich glaube eher das so Diskussionen Palin-like ist. Das geht naehmlich alles komplett am Thema vorbei: Politik. Wenn man sich mehr um so Sachen wie die Persoenlichkeit des Politikers kuemmert anstatt um Themen, dann ist man im Boulevardbereich.

    Ich habe keine Ahnung ueber seinen Dokter und das Drumrum. Und es ist mir realtiv egal – was zaehlt sind die Politischen Entscheidungen die er macht.

  95. […] diesem Gedankengang unbedingt den großartigen Artikel (samt Kommentaren) von Max Steinbeis bei ihm im Verfassungsblog und als crosspost bei carta. ↩ Tags » Guttenberg « Autor: Jonas Schaible […]

  96. Henry Kaspar Do 24 Feb 2011 at 05:43 - Reply

    Schoener Kommentar. Nur der Behauptung dass es in Deutschland anti-elitaere Populisten bislang nicht gab kann ich nicht recht folgen. Siehe z.B. Gerhard Schroeder (und seine Angriffe im Wahlkampf etwa auf Paul Kirchhoff).

  97. Gelinda Do 24 Feb 2011 at 05:49 - Reply

    Herr von und zu Guttenberg wird von der Wettermaschine wissen, dagegen sind Soldaten sowieso nutzlos.
    Und es kommt der Gelddemokratie zurecht, wenn Deutschland keine Soldaten hat.
    Außerdem kann man die Soldaten heute nicht mit einer Armee wie noch vor 20 Jahren vergleichen.
    Jedenfalls ist es für mich nun endlich klar jetzt mit einer Begründung die jeder versteht leichter zu vertreten, warum ich gegen eine Direktdemokratie bin.

    Es ist eh alles nur Ablenkungsmanöver von den wirklichen Problemen.
    Jedenfalls hat sich so mancher, auch Frau Merkel selber, die Maske vom Gesicht gezogen.

    Das ist eine Schauspielergesellschaft, wobei ich ansonsten Schauspieler nicht verachte…

  98. Gelinda Do 24 Feb 2011 at 05:58 - Reply

    Übrigends hat der Freiherfür das Schreiben an die Uni das Breifpapier von seinem Ministerium und die Portokasse bestimmt auch benutzt für das schreiben an die Uni!!!
    Also es kam vom Verteidigungsministerium ein privas Schreiben mit der Bitte um Aberkennung der Doktorentitels an die Uni Bayreuth.
    Sind darüber nicht schon ganz andere Politiker gestolpert?

  99. Jost Do 24 Feb 2011 at 08:32 - Reply

    Es ist die Psychologie des Hinsehens:
    wenn man einen weißen Fleck auf schwarzem Hintergrund nur eingehend genug betrachtet, verschwindet das Umfeld aus dem Blickfeld.
    Es funktioniert auhc umgekehrt:
    Wenn man einen schwarzen Fleck auf weißem Hintergrund nur eingehend genug betrachtet, verschwindet das Umfeld aus dem Blickfeld.

    Hier ist ganzheitliche Sichtweise gefragt… und ob ich will oder nicht, da muss ich der Frau Kanzlerin recht geben: Ist er nun unser Rechtswissenschaftler oder Verdeidigungsminister.

    Und … müssen wir über die Glaubwürdigkeit der Politiker wirklich streiten ????
    Es sind genauso Menschen wie du und ich, … warum sollten sie anders leben und handeln, wie du und ich ????
    „Wer unter euch schuldlos ist, der werfe den ersten Stein“ … unser Problem in Deutschland ist, das wir immer mit unterschiedlichem Maß messen, jeder mit seinem eigenen und dabei i.d.R. in die Extreme gehen.

    Guttenberg war zu menschlich und das macht Ihn suspect .. insbesondere der Opposition… und er ist jung … eine neue Generation … es war nur eine Frage der Zeit, wann man etwas findet, woran man ihn aufknüpfen kann.
    Und das … würde mann bei jedem von uns finden …

  100. SvenK Do 24 Feb 2011 at 10:48 - Reply

    Es ist eben nicht nur die Nichtelite, die Guttenberg unterstützt. Es sind die, die nicht daran glauben, dass ein Fehler im Werdegang den Mann zu einem schlechteren Minister macht. Zu behaupten, dass alle die jetzt noch zu Guttenberg halten Frisösen und Handwerkerle seien, die es einfach nicht besser wissen ist falsch und naiv.
    Ich glaube einfach daran, dass KTzG auch in Zukunft ein Macher unter Schwätzern sein wird, meinetwegen auch ohne Dr. (von dem ich bis zum Skandälchen nicht mal wusster, dass er ihn hat, geführt hat er ihn kaum).
    Mögen diejenigen unter den Akademikern, die es nie aus dem Elfenbeinturm geschafft haben sich weiter echauffieren, diejenigen unter uns die in der realen Welt weilen, glauben an Taten nicht an Titel.

  101. Lukas Reichel Do 24 Feb 2011 at 10:59 - Reply

    Nun zeigt sich wiedereinmal in welcher Demokratiekultur die Deutschen eigentlich sozialisiert wurden.
    Die alten Haudegen haben Ihre Chancen beherzt ergriffen und drappieren nun wieder einmal das alte rethorische Gedeck zu einem Argumentionsgerüst zusammen, dass jeden mündigen Bürger die Schamesröte ins Gesicht treiben müsste. Ein bisschen DOLCHSTOSSLEGENDE hier, ein bisschen Intelektuellenhäme da.

    Danke Herr von Lügenberg, …äh Guttenberg.

  102. Innauen Do 24 Feb 2011 at 12:40 - Reply

    KT behauptet immer noch, die Plagiate nicht wissentlich eingebaut, sondern den Überblick über seine Quellen verloren zu haben. Der Zweck dieser Argumentation ist klar. jemand, der wissentlich fremden Text übernimmt würde sich möglicherwiese dem Vorwurf einer VORSÄTZLICHEN STRAFBAREN URHEBERVERLETZUNG aussetzen. So ging es schon mal einem Mandatsträger in der Union. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,686449,00.html. Das Verfahren wurde über einen Strafbefehl über 9.000 Euro gelöst und der B 4 Beamte suchte sich anschließend einen neuen Job.

    Und jetzt bitte nochmal juristisch und abstrakt von dem Fall KT zu argumentieren. Indiziert nicht ein bestimmtes Maß an Übertretung des objektiven Tatbestands den subjektiven? Das ist jedenfalls gängige Praxis an Deutschlands Strafgerichten.

  103. Jordi Do 24 Feb 2011 at 13:33 - Reply

    Es lässt mir das Blut in den Adern gefrieren, wie in diesem Land das RECHT gebrochen wird. Wie viele Menschen einem Betrüger, Blender, Pfuscher und Menschenverächter die Fahne hochhalten. Dieser Mann hat gelogen, betrogen und sich feige hinter seiner Familie versteckt. Nennen wir doch einfach mal die Tatsachen.

    1. Mit der Aussage ich junger Familienvater, habe viel gearbeitet und es ist mir dann halt der Fehler (mehr als mehrfach) passiert.

    Wenn man dies heute seinem Arbeitgeber als Erklärung für Vorsätzliche Urkundenfälschung nennt. Ist man nicht nur entlassen. Man glaubt ja sogar der AG sei so blöd einem die Absolution zu erteilen.

    2. Urkundenfälschung, Vorsätzlich oder ungewollt, bleibt Urkundenfälschung.

    Früher konnte man sich nicht so einfach aus der Affäre ziehen. Auf jedem Geldschein in Deutschland stand geschrieben: „ Wer …….. fälscht, oder verfälscht, oder sich gefälschte verschafft, wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter….. bestraft!“
    Und nun glaubt so ein Kerl der als Lügner und Betrüger entlarvt ist, er könne sich mit ein paar Sätzen und seiner Willenskraft aus der Affäre ziehen. Dieser Verbrecher hat andere Menschen wegen viel geringfügigeren Tatsachen (Kapitän der Gorch Fock) entlassen und in ein falsches Licht gesetzt.

    3. Machthungrigkeit

    Nach seiner Entlarvung als Betrüger, hält sich der Lügen Baron wie ein 4 jähriger an seinem Spielzeugen, Bundeswehr und Ministerposten fest. Ja selbst die Kanzlerin verschwindet und gibt keine Kommentare zu der Sache ab. Eine Kanzlerin die so einen Lügen Baron und Betrüger durch schweigen deckt, macht sich gerade in einem Zeitabschnitt der Wahlen in Deutschland, ebenso unglaubwürdig. Glauben die Herrschaften denn alle, man könne als Regierungsfuzzi sich alles erlauben.
    Da wünsche ich mir MÄNNER wie Leber, Brandt usw. an der Macht. Die hatten wenigstens Rückrat und gingen bei Zeiten, auch wenn nur ein Verdacht vorlag.

    4. Menschenverächter

    Wenn ein Verbrecher mit seinen „Erklärungen“ glaubt, er könne Lug und Betrug wie einen Scheißhaufen dem Klo herunter spülen, in dem er einfach nur kleinlaut im Fernsehen die Bereuermaske und ein Büßerhemd anzieht, dann hat er sich geschnitten. Einem Betrüger auf einer solchen Position zu lassen, das sieht aus, als ob in Italien die Mafia einen Staatspräsidenten das Land regieren lässt. Und dieser Lügen Baron glaubt allen ernstes, er käme damit durch.

    Man darf eines nicht vergessen. In Deutschland steht das unerlaubte führen und die Erlangung eines Doktortitel auf betrügerische art und weise unter Strafe. Man kann diesem Mann nicht trauen, denn er versuchte die Sachlage herunter zu spielen. Man hat mir als Kind folgenden Satz beigebracht:

    „Wer einmal Lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht“

    Herr Guttenberg, treten Sie ab, Sie sind eine Schande für dieses Land.

  104. Andrea Guenther Do 24 Feb 2011 at 13:43 - Reply

    Guten Tag,
    ich finde es immer herrlich, dass, wenn eine Mehrheit von Leuten spricht, sie als das „Volk“ der „einfachen Leuten “ auf Bildzeitungsniveau spricht, die eigentlich voellig unmuendig sind und denen man ihre Stimme nehmen muesste, weil schliesslich nur die elitaere Minderheit der Fuehrungs- und Regeirungsriege wuesste, was gut fuer sie ist.

    Ich bin absolut Pro Guttenberg.
    Und ich habe einen Hochschulabschluss. Mein Mann ist promoviert und unter den 150 Top Managern eines international operierenden 46.000 Mann- Unternehmen aus Deutschland. Wir haben insgesamt 9 Jahre im Ausland, in Asien, Australien und den USA gelebt.

    Seit 2 Jahren sind wir wieder in Deutschland und ich bin erschuettert ueber diesen dramatischen politisch korrekten Gutmenschen-Linksruck im Lande. Deutschland scheint auf dem linken Auge blind zu sein.

    Nach 45 wurden Nazis nicht verfolgt, waren weiter Richter, wurden hohe Politiker.
    Nach 89 wurden die SED-Schaergen nicht verfolgt, im Gegenteil, das Parteivermoegen wurde den heute Linken ueberschrieben, inoffiziell, aber so ist es gelaufen.

    Heute ist da ein aufrechter Politiker wie Guttenberg, der sich nach seinen Ueberzeugungen richtet, der seine Meinung auch gegen das 68iger Meinungskartell behauptet und stehen bleibt bei all dem Sturm, dem Schmutz, der in der Vergangenheit schon ueber ihm ausgeschuettet wurde.

    Jetzt ist er ueber seine Eitelkeit gestolpert. Peinlich, unschoen, enttaeuschend.

    Aber wenn wir ihn nicht stuetzen, wir haben keinen anderen, der Volkes Meinung vertritt, wir haben nur eine verlogene Elite, die ihr Faehnchen nach dem politisch korrekten Wind dreht.

    Er hat als Verteidigungsminister einen sehr guten Job gemacht.
    Fuer die Verfehlungen innerhalb seiner privaten Fleissarbeit, denn nichts anderes ist die Dissertation, hat er sich entschuldigt, es ist ueberaus peinlich und alles andere als gut. Und es ist folgerichtig, dass er seinen Dr. Titel nicht weiter fuehren (darf).

    Aber er sollte weiter gute Arbeit als Verteidigungsminister leisten (duerfen).
    Wie Angela Merkel schon sagte, dazu ist er eingestellt, nicht als wiss. Mitarbeiter.

    Ich verstehe nicht, warum er sich dem gestrigen unsachlichen und verlogenen Gemetzel der Aktuellen Stunde im Bundestag ueberhaupt gestellt hat.

    Es ist doch auffaellig, dass gerade die

    SPD,
    deren letzter Kanzler während seiner Amtszeit einen neuen Arbeitsvertrag mit GazProm abgeschlossen hatte, zusammen mit den

    Grünen,
    deren ehemaliger Außenminister ein Steinewerfer der APO bzw. der RAF war,
    die meisten Anfragen haben.

    Von Herrn Gysie möchte ich erst gar nicht anfangen zu reden, denn einiges seiner SED Vergangenheit kam bereits ans Tageslicht. Laut Abschlussbericht des Immunitätsausschusses des Deutschen Bundestages soll Gysi zwischen 1975 und 1986 für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR unter verschiedenen Decknamen gearbeitet haben.

    Also diese Leute wollen KT richten ? Doch nicht im Ernst !

    Und als dieser gestrige Hinrichtungsversuch scheiterte, kommt heute schon der naechste Schmutz, denn die Opposition ist noch nicht fertig, der naechste Kritikpunkt ist doch schon gefunden :

    Die Verwendung des offiziellen Briefpapiers des Verteidigungsministeriums fuer seinen Brief an die Universitaet Bayreuth mit der Bitte um Ruecknahme des Dr. Titels sei eine unzulaessige Vermischung von Privatem und Ministeramt, so Volker Beck von den Gruenen. Dieser erinnert jetzt an die Briefbogen-Affaere des Juergen Möllemann 1993, die diesen zum Ruecktritt zwang.

    Er wird also weiter mit allen Mitteln bekaempft, gern auch dieses mal mit der entgegengesetzten Argumentation:
    Hiess es erst, die fehlerhafte Dissertation sei eben keine rein private Angelegenheit, weil sie seine charakterliche Eignung als Minister betraeffe, so heisst es jetzt im Grunde, es sei doch privat und deswegen duerfe er auch nur als Privatperson, nicht jedoch als Minister mit ministerialem Briefpapier sprechen.

    Was fuer eine Welt !
    Ich wuensche mir, dass KT bleibt, denn er steht fuer ein besseres Deutschland fuer unsere Kinder !

    Andrea Guenther aus FRA.

  105. Innauen Do 24 Feb 2011 at 14:14 - Reply

    Liebe Frau Günther,

    ich respektiere, dass Sie in den politisch Linken ihre Gegner sehen. Aber hier steht weniger der wissenschaftliche Lapsus an einer politischen Lichtgestalt, der Sie nahe stehen im Raum, als der Vorwurf einer wissentlichen Urheberrechtsverletzung. Würde man KTvG nachweisen, dass er auf 286 Seiten vorsätzlich fremde Urheberrechte verletzt hat, wäre das eine Straftat. Der Staat gibt sich Gesetze nach denen Jugendlichen, die Songs im Internet herunterladen (=Urheberrechtsverletzung) empfindliche Geldstrafen drohen. Je mehr, desto höher. Wenn Herrn Fischer hätte nachgewiesen werden können, dass er Steine geworfen hätte, wäre dies eine Straftat gewesen und zumindest ich würde die gleichen Frage stellen, die ich an KTvG stelle: „werden Gesetze allgemein und ohne Ansehung der Person angewandt?“.

    Wie würden Sie es bewerten, wenn ein Gericht KT wegen einer Urheberrechtsverletzung verurteilen würde?

  106. Innauen Do 24 Feb 2011 at 14:17 - Reply

    P.S. und natürlich gab es nach 1945 die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und sicherlich hat die bundesdeutsche Justiz die NS Verbrechen in den ersten Jahren leider nicht mit gleichem Eifer verfolgt. Und nach 1989 gab es diverse Mauerschützenprozesse und den Politbüroprozess. Die Elite der SED saß, soweit sie nicht verstarb oder Haftunfähig war, in Haft (Krenz, Kessler, Schabowski).

  107. […] Max Steinbeis nimmt an, dass die Affäre Guttenberg politisch nur noch stärker machen wird. Er vergleicht dies mit der unerschütterlichen Unterstützung der Bevölkerung Sarah Palins in den USA: Je mehr Vertreter des Establishments auf dem Volkshelden „herumhacken“, desto mehr Bürger werden ihn unterstützen. Dem Altenpfleger oder dem Investmentbanker ist es egal, ob Guttenberg bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. Angriffe der Elite auf „ihren Mann“ werden deswegen mit noch mehr Unterstützung als zuvor beantwortet. […]

  108. murry Do 24 Feb 2011 at 15:28 - Reply

    Hat Guttenberg eigentlich die Inanspruchnahme des wissenschaftlichen Dienstes für private Zwecke als geldwerten Vorteil versteuert? Wenn nicht kommt wohl noch Steuerhinterziehung zur Urheberrechtsverletzung hinzu.

  109. horden Do 24 Feb 2011 at 16:49 - Reply

    Liebe Frau Günther,

    sie disqualifizieren sich mit Ihrer Aussage, indem Sie Herren Guttenberg die Aufrichtigkeit in seinen Handlungen bescheinigen.

    Gestehen, Schwanz einziehen, zurücktreten = Aufrichtigkeit
    Täuschen, Arroganz, im Amt bleiben = gerissenes Kalkül

    Es ist doch so kinderleicht. Stimmen Sie mit ein, 1, 2, 3…Gutteberg ist ein Lügenei! Ein bessereres Deutschland wollte er machen, doch die Wettertannen haben nichts zu lachen.

  110. C.Mayer Do 24 Feb 2011 at 16:55 - Reply

    Vielleicht hat der Pöbel, zu dem auch halbgebildete Betriebswirte gehören sich längst vom bürgerlichen Wertvorstellungen abgewendet und wartet nur noch auf den deutschen Haider. Sarrazin war ein Vorgeschmack, Guttenberg ist die Fortsetzung. Tiefer als derzeit kann das Ansehen der CDU schon gar nicht mehr sinken. Man wartet wieder einmal auf ein Lichtgestalt, der fürsorglich alles regelt, einen Messias, den das Volk bewundern kann. Die Gosse als Wegbereiter der Einfalt kann man in Österreich schon seit 20 Jahren besichtigen. Wie der „Mann von der Straße denkt, konnte man an den Einspielern bei Plasberg erkennen. Ja, wir haben doch alle in der Schule schon mal geschummelt, ohne Parkschein geparkt, vielleicht auch schon mal schwarz gefahren. Dem Volk geht erst ein Licht auf, wenn er wegen Urheberrechtsverletzung rechtskräftig verurteilt ist. Gerichte genießen vielleicht noch etwas Respekt beim Volk.

  111. C. Mayer Do 24 Feb 2011 at 17:17 - Reply

    @ Andrea Günther
    In welchen Ländern haben Sie denn gelebt, dass sie mit solch verschrobenen Ansichten daherkommen, dass sie sich erdreisten zu schreiben, dass Herr Guttenberg „ein aufrechter Politiker“ sei. Sie bezeichnen also allen Ernstes einen Lügner (Plagiatsvörwürfe sind abstrus) Betrüger (Er habe zu keiner Zeit abgeschrieben) und Hochstapler (Dr.Titel auch noch vorzeitig beantragt) als Ehrenmann. Dabei kann jeder des Internets kundiger die wörtlichen Übernahmen aus der von mir sehr geschätzten Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die ja Ihrer Meinung nach vielleicht auch schon ein Blatt „linker Spinner“ ist, nachlesen. Ebenfalls bietet sich die das Schweizer Linksextremenblatt Neue Zürcher Zeitung an, dort hat er auch frech kopiert. Und die Wissenschaftler im Bundestag, deren Ausarbeitungen er als seine eigenen in die Arbeit kopiert hat. Das wollen Sie allen Ernstes als nicht ehrenrührig bezeichnen. Ich muss ausnahmsweise mal einem Politiker der Linkspartei rechtgeben. „Früher hatte der Adel noch Anstand!!!“ Mr. Unglaubwürdig ist gescheitert und ich garantiere Ihnen, der Ghostwriter wird gefunden werden, die „linken“ Medien sind schon dran! Dann findet sich Mr. Cpoy and Paste dort wieder wo er hingehört: Vor einem ordentlichen deutschen Gericht, als gewöhnlicher Krimineller.

  112. horden Do 24 Feb 2011 at 17:38 - Reply

    Danke, Danke! Trifft das Thema 100 % tig.

  113. Lucius Do 24 Feb 2011 at 22:14 - Reply

    @Fr. Günther:
    Ich werde jetzt mitnichten versuchen , ihnen ihre Meinung vorzuwerfen.
    Sie sei ihnen, wie ebenso die derjenigen zu denen auch Ich gehöre und die nun einen Rücktritt fordern, gegönnt.
    Aber eine Frage brennt mir unter den Nägeln, weil ich ein Argument in ihren Ausführungen nun auch schon öfters in meinem Umfeld gehört habe:
    Was hat Herr KT zu Guttenberg bis jetzt als Politiker geleistet!?
    Sowohl in seiner Rolle als Finanzminister sowie jetzt als Verteidigungsminister?

    Bislang konnte mir darauf niemand eine Antwort geben, obwohl dies ja im Moment sowohl in der Koalition, bei Frau Merkel und im „Volk“ seine Kardinalsabsolution zu sein scheint…..

  114. […] verwundert, suchte daraufhin aber den verfassungsblog.de auf und fand sofort einen Artikel namens Guttenberg und das anti-elitäre Ticket. In diesem Artikel wird der Ansatz “politischer Erfolg durch anti-elitäres, […]

  115. E pluribus unum Fr 25 Feb 2011 at 16:00 - Reply

    […] […]

  116. Feliks_Dzerzhinsky Sa 26 Feb 2011 at 00:12 - Reply

    „Für eine Frisöse, für einen Altenpfleger“ – Aber für all diese „einfachen“ Leute hat er nunmal die Hürde zur Promotion erheblich gesenkt, und dafür, allein schon dafür, liebt ihn das Volk!

  117. Lucius Sa 26 Feb 2011 at 09:25 - Reply

    @Fr. Günther:

    Waren Sie jetzt nur hier um ihren gedankenwust freien lauf zu lassen, oder um sich wirklich einer Diskussion zu stellen als die im mom. so typische „KTzG-Befürworterin“?
    Auch in diesem Forum die Frage an die Befürworter:
    Was hat KTzG bis dato in seiner Politikerlaufbahn geleistet!?
    Bitte keine Häme sondern Fakten!

  118. Jordi Sa 26 Feb 2011 at 14:49 - Reply

    @ Fr. Günther:

    Sich hoch zu spielen mit selbstbeweihräucherung (ich Hochschule, mein Mann unter den 150 Top-Managern) gibt Ihnen noch lange nicht das Recht zu beugen. Menschen wie Sie sind der Beweis, dass die Elitäre Gesellschaft sich krampfhaft an den grausam erarbeiteten Machtstufen in Deutschland fest halten will. Nehmen Sie doch mit Ihrem Genossen diesen Lügen-Baron, suchen sich eine einsame Insel und verschwinden dahin.

    Sie spielen niveulos Hernn Fischer an und behaupten er gehörte der RAF an. Er sei Steinewerfer usw. usw.
    Ich würde als Herr Fischer, gegen Sie rechtliche Schritte einleiten. Denn Sie behaupten Dinge die vor einem Gericht in Deutschland keinen halt fanden. So was nennt man RUFMORD und dann auch noch von so einer (ein)gebildeten Person wie Ihnen. Das beweist, dass sie zu diesem Lügen-Baron passen.

    Sollten Sie dieses Land verlassen wollen, wird Ihnen wohl kaum jemand eine Träne nachweinen.

  119. […] #Guttbye Guttenberg? Max Steinbeis über Guttenbergs anti-elitäres Beliebtheitsticket […]

  120. […] macht das Folge Magazin 24:28 Fasel hat das Projekt Spackeria initiiert 34:53 Max Steinbeis über Guttenbergs anti-elitäres Beliebtheitsticket 46:04 Marcel Krüger war mit Kai Müller in Island Musiker interviewen 54:30 Chris Heil hat ein […]

  121. […] Thema Guttenberg und seiner Beliebtheit gibt es auch einen guten Kommentar im Verfassungsblog: Es könnte die Gefahr bestehten, dass Guttenberg zu einem sich “anti-elitär” gebenden […]

  122. […] Thema Guttenberg und seine Beliebtheit gibt es auch einen guten Kommentar im Verfassungsblog: Es könnte die Gefahr bestehten, dass Guttenberg zu einem sich “anti-elitär” gebenden […]

  123. […] bedingungslose Zustimmung, wie sie zu Guttenberg bisher von der Mehrheit erfährt, nun von einer anti-intellektuellen Haltung herrührt, Folge von Heldenverehrung oder von politischer Zufriedenheit mit dem sonstigen Handeln […]

  124. commonman Mo 28 Feb 2011 at 11:38 - Reply

    “Wenn einer, der mit Mühe kaum, geklettert ist auf einen Baum, schon meint, dass er ein Vögel wär’, so irrt sich der!” Wilhelm Busch

    zwei geklonte brüder im geiste kämpfen um die macht des einen (der andere hat sie von fr. springer sowieso)

    > http://commonman.de/wp/?page_id=2582
    > http://commonman.de/wp/?page_id=1428

    die ähnlichkeit ist unverkennbar

    was übrigbleibt ist scham aus der humor erwächst

    > http://commonman.de/wp/?page_id=2538
    > http://commonman.de/wp/?page_id=2372

  125. Scheunemann Di 1 Mrz 2011 at 15:35 - Reply

    February 23rd, 2011 um 16:47

    Herr Guttenberg …
    Das ist sein politisches Ende – ganz sicher.
    —so schrieb ich—
    ’summa cum laude‘ ist nur möglich, dann so die D.-Arbeit gelesen wurde.
    Also ist als nächstes die Frage an den Doktortvater gerichtet, die Uni Bayreuth.

    Saat geht meist auf – auch üppig.

  126. Peter L. Mi 2 Mrz 2011 at 15:23 - Reply

    „Mir fallen von Sarkozy über Berlusconi bis Orbán ohne Ende konservative Politiker mit starker viriler Ausstrahlung ein, deren Erfolgsrezept darin besteht, dass sie es verstehen, mit einer Mehrheit der “einfachen Leute” ein kumpelhaftes Einverständnis darüber herzustellen, dass diesen kleinkrämerischen und verschlagenen Elite-Juristenköpfen da oben nicht zu trauen ist.“

    Zum Beispiel? Sarkozy im Bündnis mit den einfachen Leuten gegen die Juristen da oben? Bei welchem wichtigen Thema war das denn, dass man davon hier überhaupt nichts mitbekommen hat?

    Orban? Wie kam der an die Macht? Parole: „die elitären Juristen-Idioten, die das Land blockieren, jagen wir weg vom Fenster“?

  127. Max Steinbeis Mi 2 Mrz 2011 at 15:44 - Reply

    @Peter L:

    Sarkozy: Na, was war mit der eklatant und unstreitig europarechtswidrigen Abschiebung der Roma? Sein „Europa“-Minister, vergessen wie der hieß, der sagte, die französische Nation lasse sich nicht von irgendwelchen EU-Justizkommissarinnen aus so einem Popelland wie Luxemburg vorschreiben, was sie darf oder nicht?

    Orbán: Enzieht einfach per Verfassungsänderung dem Verfassungsgericht die Zuständigkeit für ganze Rechtsbereiche, nur weil ihm ein Urteil des Gerichts nicht in den Kram passt?

    Reicht das?

  128. Peter L. Mi 2 Mrz 2011 at 19:36 - Reply

    Sarkozy: Na, was war mit der eklatant und unstreitig europarechtswidrigen Abschiebung der Roma? Sein “Europa”-Minister, vergessen wie der hieß, der sagte, die französische Nation lasse sich nicht von irgendwelchen EU-Justizkommissarinnen aus so einem Popelland wie Luxemburg vorschreiben, was sie darf oder nicht?

    Stimmt, da war etwas.
    Aber: das jetzt als Sarkozys Erfolgrezept hinzustellen, find ich etwas arg bemüht konstruiert.

    Unabhängig davon, kenn ich den Sachverhalt nicht näher; frage mich aber zwangsläufig sofort, was das denn für ein Recht ist, wenn es nicht durchgesetzt wird?

  129. Reinhard Mermi Do 3 Mrz 2011 at 09:39 - Reply

    Nach meiner Meinung wäre es an der Zeit, auch die Promotionsarbeiten der anderen promovierten Politiker wie Abgeordnete des Bundestages oder der Länderparlamente kritisch zu untersuchen, zumal an den Politiker u.a. höchste Anforderungen an deren Integrität zu stellen ist. Schwarze Schafe gehören entlarvt und an den Pranger gestellt.

    RM

  130. Althea Delarosa So 6 Mrz 2011 at 11:31 - Reply

    Interessant wird es ob die BILD Zeitung Ihre Meinung gegenüber Guttenberg noch ändern wird und auch in die Jagd der gesamten Medien mit einsteigt. Ich will nicht das das das Ende seiner öffentlichen Karriere ist und wir Ihn doch noch als Merkels Nachfolger demnächst willkommen heißen dürfen. Egal, und der liebe Herr Professor Lepsius der Herrn Guttenberg öffentlich als Lügner brandmarkt, währe mal wissenwert welcher Partei er angehört, den Grünen, den Linken, der SPD? Ich denke zwar auch das Karl-Theodor zu Guttenberg sich genauso viel Wissen im Vergleich zu seinem Doktortitel auf solchen Internetseiten wie Hauslehrer erarbeiten hätte können – aber was wichtig ist ist ja nicht die Theorie sondern die Praxis. Und dort ist er mit seiner Ausstrahlung und brillantem Verstand eben wirklich gut gewesen.

  131. […] Ver­fas­sungs­blog » Blog Archive » Gut­ten­berg und das anti-elitäre Ticket – Gut­ten­berg hat sich einen Summa-Doktor umhän­gen las­sen (von Häberle, no less, da komm ich echt schwer drü­ber weg) dafür, dass er 400 Sei­ten Text­bau­steine zusam­men­ge­leimt hat. Er hat allem Anschein nach gelo­gen und betro­gen und seine Pri­vi­le­gien als Abge­ord­ne­ter miss­braucht und das ehr­wür­dige Ver­fah­ren, in dem die Wis­sen­schaft ihren For­scher­nach­wuchs her­an­zieht, der Lächer­lich­keit preis­ge­ge­ben. […]

  132. Linda Mi 10 Jun 2015 at 17:26 - Reply

    In Zeiten wie diesen ist sowieso alles irgendwie „geklaut“. Zugegeben, etwas plump und direkt zu kopieren, bzw zu stehlen ist sehr offensichtlich und wird deshalb so angeschwärzt. Dabei haben doch selbst die erfolgreichsten Leute ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Skills von irgendwo her, gelernt, abgeschaut, ja teilweise auch „gestohlen“, wenn man so will…
    Sogar Verhalten wird ja imitiert!

    LG

    Linda

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