21 October 2026
Die Last der „guten Mutter“
Die Erwartung der „guten Mutter“ führt dazu, dass Gebärende im Kreißsaal vieles stillschweigend hinnehmen. Scham kann dabei als subtiler Disziplinierungsmechanismus wirken, der die rechtlich garantierte Selbstbestimmung erschwert und geburtshilfliche Gewalt begünstigt. Um diese Scham abzubauen, braucht es ein relationales Autonomieverständnis, wie es das BVerfG bereits vorzeichnet. Continue reading >>
0
07 July 2026
Von Zustimmung und Widersprüchen
Am 25. Juni diskutierte der Bundestag wieder über die Organspende. In der Grundsatzdebatte ging es um die Frage, ob die aktuell geltende „Zustimmungslösung“ durch die effektivere „Widerspruchslösung“ ersetzt werden sollte. Ich analysiere diesen Streit aus ethischer Sicht und argumentiere für eine Perspektivänderung: Wir müssen uns vor Augen führen, wie die Widerspruchsregelung das Recht auf Selbstbestimmung genau verletzt – und in welchem Maße. Continue reading >>
0
24 June 2024
Paradigmenwechsel im Organspenderecht?
Da sich die Hoffnungen auf eine Steigerung der Zahl der Organspenden nicht ansatzweise erfüllt haben, hat die Debatte um die Widerspruchsregelung wieder an Fahrt aufgenommen. Abgeordnete des Deutschen Bundestages haben heute einen interfraktionellen Gruppenantrag zur Einführung der Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz vorgestellt. Dem Bundesrat liegt ein Gesetzentwurf mit derselben Zielrichtung vor. Die zugrunde liegende Regelung stellt einen Paradigmenwechsel dar: Die postmortale Organentnahme ist nicht erst dann zulässig, wenn die betroffene Person oder ein naher Angehöriger zugestimmt hat, sondern bereits dann, wenn kein Widerspruch der betroffenen Person vorliegt und auch kein entgegenstehender Wille besteht, über den die Angehörigen zu befragen sind. Continue reading >>16 November 2010



